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21.07.00 -- Stefanie

RE: Nicht auszurottende Ammenmärchen














Hallo!

Ich denke in einem gewissen Rahmen ist schon was dran, daß Hunde - unter idealen Bedingungen! - "das unter sich ausmachen".
Zu den idealen Bedingungen, die man wohl nur seltenst vorfinden wird, gehören aber gewiß keine Straße und kein Park oder ähnliches Gebiet, wo sich die Hunde (an der Leine - mit unfähigem "Rudelführer" am anderen Ende) begegnen. Und auch keine unerzogenen Hunde, die nie gelernt haben, sich zu unterwerfen.

Daher sollte es selbstverständlich sein, daß ich als Hundebesitzer meinen Hund im Griff habe, sowohl mit als auch ohne Leine. Und zwar auch zum Wohl meines eigenen Hundes!
Und wenn ein Hund bei einer Begegnung den anderen anknurrt, ist es meine Aufgabe als Rudelchef klarzustellen, daß ich für die Sicherheit sorge und der mir gegenüber (hoffentlich!) rangniedrigere Hund Ruhe zu geben hat.

"wenn mein Hund mit andern spielt, kann ich in Ruhe quatschen und muß mich nicht mit ihm beschäftigen. ich kann rumstehen, während er sich austobt. Und wenn die Hunde das unter sich ausmachen, muß ich ja nicht eingreifen und mir die Mühe machen, meine Hunde zu erziehen! "

Traurige Einstellung, die Du da zitiert hast, Merlino! Kommt mir leider bekannt vor. Schade, daß so viele so denken.

Wenn Platz und Gelegenheit dazu da ist, ist in meinen Augen auch nichts dagegen einzuwenden, daß der Hund sich mit anderen austobt.
Trotzdem sollte ich ihn im Blick behalten, um, falls nötig, eingreifen zu können. Also nix mit quatschen und ausruhen... Das Eingreifen können wiederum setzt eine intakte Rangfolge und Erziehung des Hundes voraus - und natürlich elementare Grundkenntnisse über das Verhalten von Caniden...

Wenn andere Menschen und/oder Hunde kommen, muß der Hund zu mir und still und friedlich abwarten.

"Ich hab es jetzt endlch mal geschafft, jemanden das klar zu machen. ein Jahr lang 2 mal pro Woche endlose Gespäche, aber sie ist begeistert von dem Ergebnis: eine viel bessere Bindung und viel besserer Gehorsam, seit dem sie beim Gassigehen ihren Hund nicht nur immer spielen läßt,sondern auch arbeitet und bei Aggressionen seinerseits reagiert."

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg, Merlino. Wenigstens ein Mernsch-Hunde-Rudel mehr, das vernünftig zusammenleben kann. Traurig genug, daß solche Erfolge die Ausnahme sind, aber sie geben doch Hoffnung.

Als Argument für unbedachte Hundehalter kann ich immer nur anführen, daß der Hund mir gehorchen muß, weil ich der Chef im Rudel bin. Nicht umgekehrt...
Natürlich muß ich meinem Hund Gelegenheiten verschaffen, mit Artgenossen zu spielen und zu toben. Aber das darf nicht die Bewegungsfreiheit oder gar die Sicherheit anderer einschränken.

Und wenn jemand keine Zeit oder Lust hat, seinen Hund spielen zu lassen oder einfach nicht will, daß mein Hund näherkommt, aus welchen Gründen auch immer, muß ich das akzeptieren und meinen Hund soweit in der Gewalt haben, daß die Begegnung völlig ruhig verläuft.
Leider ist das bei vielen Hundebesitzern absolut nicht der Fall (was für mich persönlich wieder ein Argument für den Hundeführerschein für ALLE ist).

Ich kenne zum Glück etliche Beispiele, wo auch Hunde, die sich davor nicht kannten, nach kurzen Umkreisen und gegenseitigem Einschätzen, miteinander gespielt haben, sich gegenseitig Bälle und Stöcke abgejagt haben und herrlich tobten.
Das waren aber alles erzogene und gut sozialisierte Hunde mit aufmerksamen Haltern, die bereit standen, um einzugreifen, falls es nötig sein sollte.

Schöne Grüße,
Stefanie
Thema: Nicht auszurottende Ammenmärchen


 
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