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13.08.99 -- Sieglinde Waltraud Alexander

Labradors mit doppelter Staatsangehörigkeit

Alles meins

 

Das erste richtige Essen

 

Das Wasserspiel

 

Die Morgenpflege

 

Die müden Krieger

 

Guten Appetit

 

Ich verrate Dir ein Geheimnis

 

Bleib doch da

 

Fürsorge

 

Lady Daisy

 

Wulf mit verschmiertem Maul

 

Genehmigung für
einmalige Publikation
in Deutscher Sprache
für
http://www.hunde.com/magazin

Vier gingen, zehn kamen nach Hause.

Ein Hilferuf kam aus München, Deutschland. Die Familie meiner Freundin schien nach 20 Jahren auseinander zu brechen. Keine Frage, ich flog am 3. März von Sacramento, California nach München. Menschen zu helfen ist meine Lebensaufgabe. Natürlich begleitete mich mein Mann Alex und unsere 2 pechschwarzen Labradors, Lady Diva und Sir Wotan.

Nach einer Woche intensiver psychologischer Beratung war die Familie meiner Freundin auf dem Weg zu einem besseren Verständnis.

Ganz nebenbei bemerkten wir, daß die Zentimeter um Divas Taille täglich mehr wurden. Erwartungsvoll und mit leichtem Bedenken brachten wir sie zum Tierarzt; aber er konnte nichts feststellen. Nun fing das Ratespiel an. "Vielleicht schmeckt Diva das Deutsche Hundefutter besser", bemerkte mein Mann trocken; meine Freundin schwor auf die gute Bayerisch Luft. Jeder glaubte zu wissen, warum Diva zunimmt. Nach drei Wochen war das große Rätselraten vorbei.

In der Zwischenzeit schlich sich Wotan mit seinem holzköpfisch - eigensinnigen Charme nicht nur in die Herzen der Familie unserer Freunde, sondern eroberte die Herzen der gesamten Nachbarschaft und aller 18 Kinder die da wohnten. Die selbstsichere, sanfte Diva wurde von allen geliebt und umsorgt in der Hoffnung, daß sie eine gute Entbindung haben wird.

Mittlerweile wurden Wetten innerhalb der Familie abgeschlossen, wieviel Babys Diva haben wird. Die niedrigste Zahl war Zwei, ein Mädchen ein Junge. Die höchste Zahl war Fünf, 3 Mädchen und zwei Jungen.

Am 30. März um 18:00 schlich sich Diva wieder zu ihrem Lieblingsplatz, das Bett von Bettina, die 18-jährigen Tochter meiner Freundin. Bettina hatte zur gleichen Zeit eine leichte Erkältung und freute sich, daß Diva sich neben sie legte. Seit Tagen beobachteten wir Diva auf Schritt und Tritt. Meine Freundin bereitete ihr ein wunderschönes Bettchen im Zimmer von Jochen, das zur Entbindungsstation erklärt wurde.

Als ich um 18:20 ins Zimmer schaute, schliefen Bettina und Diva fest.
Um 18:30 Uhr hörte ich meine Freundin nervös flüstern: "Bettina wach auf, aber bewege Dich nicht." Der erste Welpe war in ihrem Bett geboren, während sie schlief. Irgend jemand verständigte die Nachbarschaft und plötzlich war das kleine Zimmer voller schweigenden Menschen, die mit großen staunenden Augen die Geburt der noch folgenden sechs beobachteten. Der Letzte kam um 00:15 Uhr und wir hatten drei schwarze und zwei beige Jungs und zwei schwarze Mädchen.

Die Wette hatte also keiner gewonnen. Wir entschieden aber, daß die, die dem Ergebnis am Nächsten waren, den Pott erhielten.

Daddy Wotan hatte von Mama Diva die Erlaubnis, den Familienzuwachs mit einem kurzen Schnüffeln zu begruessen, aber nicht mehr.

Die Namensuche begann. Nur Namen mit historischer Bedeutung kamen für alle die
heldenhaften Welpen in Frage. Alle männlichen Namen begannen selbstverständlich,
wie Daddy Wotan, mit einem "W",. Und keine Frage, die Mädchen, wie Mama Diva, mit einem "D".

Wulf Wotan’s Begleiter
Waldo der alleinige Herrscher
Daisy die göttlich regierende der Flora
Wilm der großartige geduldige Herrscher
Dore Gottes Geschenk
Wido das Waldkind

Der Letzte wurde Willi getauft in der Hoffnung, daß er trotz seiner späten Ankunft den starken Willensgeist eines Willis hat und überlebt.

Die Kleinen wurden täglich gewogen und alle nahmen zu, bis auf Willi. Der Tierarzt stellte fest, daß er schon vor der Geburt atmen wollte und deshalb Fruchtwasser geatmet hatte. Seine kleine Lunge war verklebt und er bekam nicht mehr den nötigen Sauerstoff. Am dritten Tag nahmen wir alle unter Tränen Abschied von klein Willi.

Der Tag des Abflugs kam und mit ihm wuchs die Sorge, ob die sechs Kleinen die Heimreise heil überstehen würden. Alle Nachbarn, Klein und Groß, kamen zu einem täglichen Besuch und verwöhnten die Hundekinder mit viel Streicheln, das Diva immer für ein Kurz-Schläfchen ausnützte.

Daddy Wotan durfte mittlerweile bei der Kinderpflege helfen und Diva schlief erschöpft aber beruhigt, denn Daddy bewachte ja die Kleinen.

Durch die liebevolle Pflege und das ständige Stillen von Diva, dazu die Fürsorge der ganzen Familie meiner Freundin, hatten alle sechs Welpen ihr Gewicht bis zum Tag unserer Heimreise verdoppelt.

Ein Freund von Bettina transportierte am 5. April die Flugboxen zum Flughafen. Während ich uns eincheckte, stand mein Mann mit den Hunden abseits und Mama Diva und Daddy Wotan bewachten stolz ihre Babys, die zufrieden in dem großen Einkaufskorb schliefen. Als ich mich umdrehte und der Dame hinter dem Schalter zeigen wollte, wo die Hunde sind, sah ich nur eine Menschenmasse, wo zuvor die Hundebabys und mein Mann standen. Minuten später schienen alle Leute am Franz Josef Strauß Flughafen in München vergessen zu haben, daß sie einen Flug gebucht hatten. Alles versammelte sich um die Hunde, das Boden-Personal der Lufthansa eingeschlossen.
Das freundliche Lufthansa-Personal sorgte für das Wohlergehen unserer kostbaren Fracht und tat mehr als gewöhnlich. Unsere Reise begann, aber es verging keine Viertelstunde, wo ich nicht an unsere Kleinen und die Großen Hundekinder dachte und hoffte, daß alle wohlbehalten sind.

Endlich, nach 11 Stunden, kamen wir in San Francisco an, wo wir den 32 Beinen eine Chance gaben, dieselben auszustreckten, bevor wir unsere Reise nach Sacramento fortsetzten. Während der zwei Stunden Aufenthalt übernahm die Natur das Regiment. Unbeeindruckt von den vielen Leute um uns herum, entschied Diva, als liebevolle und fürsorgliche Mutter, ihre Babys zu stillen. Und schon wieder versammelte sich eine Menschenmenge um das herzerwärmende Bild einer Mutterhündin ruhig zu beobachten, die ihre Babys nahe am Zolldurchgang säuberte und säugte.
Eine Frau, die Flüchtling aus dem Kosovo war und ein bißchen Englisch und Deutsch sprach, erzählte mir unter Tränen, die ihre Stimme drosselten, daß das Bild von dem säugenden Hund das netteste sei, das sie seit langem gesehen habe.

Endlich zurück zu Hause. Eine glückliche Zeit begann für Hunde-Mutter und -Vater, die ihre muntere Bande mit Spielen aufzogen, ihnen beibrachten, wie man im hinteren Teil des Gartens unter dem Pflaumenbaum große Löcher gräbt, Rosenstöcke ausgräbt, Blumen die Köpfe abreißt und bei 36 °C im Pool planscht.

Weitere sechs von Gottes Schöpfung sind hier, nachdem sie die lange Reise von Deutschland in die USA überlebten, um anderen Freude nach Hause zu bringen. Es vergeht kein Tag, wo mein Mann und ich nicht dankbar sind, daß wir das alles erleben durften. Ich freue mich besonders, die Chance zu haben, diese Geschichte mit all denen zu teilen, die Hunde lieben.
Vier gingen, 10 kamen nach Hause.

© Sieglinde Waltraud Alexander April 1999

Name Das Gewicht bei der Geburt Das Gewicht mit 4 Monaten
Wulf 700 gr. 44 Pfund und ist schon grösser als Mama Diva
Waldo 800 gr 40 Pfund
Daisy 650 gr 40 Pfund
Wilm 650 gr 43 Pfund
Dore 550 gr 39 Pfund
Wido 500 gr 38 Pfund

 

 
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