Hunde.com Startseite Das neue Hundeforum - jetzt anmelden!
Google
   Home - Hunderassen - Züchter - Urlaub - Magazin (Archiv) - Kleine Hundeschule - Belana's Tagebuch - Gästebuch - Hundeforum (Archiv) - Impressum




15.12.00 -- Andrea Höger

RE: Missbildung der weiblichen Geschlechtsteile (Vulva)














Hallo Kathi,

ich denke ich bin fündig geworden.
Auzug aus "Praktikum der Hundeklinik" von Niemand/Suter:

Kapitel - Intersexualität: Einleitung:

Intersexe sind Individuen, welche Merkmale von beiden Geschlechtern aufweisen. Sie sind das Produkt einer Fehlentwicklung, welche auf chromosomaler, gonadaler oder Phänotypischer Enwicklungstufe stattgefunden hat. Die Erkenntnis über die normale Geschlechtsentwicklung ist Vorraussetzung für das Verständnis solcher Fehlbildungen.
Wenn bei einem Embryo die Gonaden entfernt werden, entsteht in jedem Fall ein weiblicher Phänotypus. Das Y-Chromosom ist demnach nicht direkt entscheident für die männliche Geschlechtsentwicklung, induziert aber im Normalfall die Anbildung von Hoden. Wenn das Hodengewebe "müller inhibing substance" (MIS) und Testosteron in ausreichender Mengen ausgeschüttet, so wird die Enwicklungstendenz in Richtung weiblicher Phänotypus underdrückt und in der Folge entsteht ein männliches Tier. Sind aber die Zielorgane (Urogenitalius, Genitalhöcker und Genitalschwellung) ungenügend ansprechbar für Testosteron oder inkretieren nach Stimulation zu wenig oder fehlerhaftes Dehydrotestosteron, so können auch XY-Rüden mit normalen Hoden Mißbildungen im Bereich des Urogenitaltraktes entstehen (=phänotypische Fehlentwicklung)

Hier jetzt die Erkrankung auf die ich gestoßen bin und die es sein könnte:
Chromosomale Fehlentwicklung:

Aberrationen (Entwicklungsnaomalien) der Geschlechtschromosomen sind nicht hereditär (die Erbfolge betreffend), sonder entstehen immer zufällig. Die Körperzellen eines normalen Hundes weisen 76 Autosomen und 2 Geschlechtschromosomen auf. Nach fehlerhafter Meiose (in 2 unterschiedlichen Prozessen verlaufende Reduktion des bei der Befruchtung verdoppelten Bestandes an Chromosomen um die Hälfte, um so ihre Zahl pro Zelle konstant zu halten) können dan zu XX-, XY- oder 0-Gamenten (Fortpflanzungszelle) entstehen, die dann zu XXY-, XXX- oder X0-Zygoten (nach Verschmelzung der beiden Gamenten entstandene diploide (einen doppelten Chromosomensatz aufweisende Zelle)Zelle) verschmelzen. Solche Tiere sind phänotypisch enweder männlich oder weiblich, weisen meistens hypoplastische (Vergrößerung von Gewebe) Genitalien auf und sind in der Regel nicht fortpflanzungsfähig. Wenn 2 Zygoten verschmelzen, entsteht eine Chimäre (Lebewesen, dessen Körper Zellen mit abweichender Chromosomenstruktur besitzt). Sie setzt sich also aus mindestens 2 Zellpopulationen verschiedener Individuen zusammen. Wenn es sich um ein Verschmelzungsprodukt von 2 XX-Zygoten handelt, resultiert eine phänotypisch normale, fortpflanzungsfähige Hündin. Veschmelzen aber je ein XX- und eine XY-Zygote, so entsteht ein Intersex (Krankhafte Mischung von männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen).
Ein Mosaik kommt durch fehlerhafte Mitose (Zellkernteilung mit Längsspaltung der Chromosomen) im frühembryonalen Stadium zustande und Zellen mit den Geschlechtschromosomen X0, XXY,Y0 oder XYY sind das Resultat. Ein Mosaik besteht demnach aus mindestens 2 Zellpopulationen desselben Individuums,in welchem Geschlechtschromosomen wie z. B. XY und XXY oder X0 und XY nachgewiesen werden können.
Die klinischen Symtome sind abhängig von der Zellklone in der Gonadenanlage und entsprechend sind auch die Manifestationen am Genitaltrakt sehr variabel. Vulvaähnliche Strukturen mit hypoplastischem Penis, dazu Hoden mit oder ohne Spermatogenese können bei einer Chimäre bzw. einem Mosaik festgestellt werden. Ander weisen ein Ovar und einen Hoden auf (evtl. sind beide Gewebearten innerhalb derselben Gonade nachweisbar), dazu einen Uterus, welcher oft mit eitrigem Sekret angefüllt ist (Pyometra). Ein Individuum, welches sowohl Hoden- als auch Ovargewebe aufweist, gilt als Hermaphrodit.

Therapie bei Intersexualität:
Die meisten caninen Intersexe sind steril. Eine Ausnahme bilden die Rüden mit XX-Sexumkehr. Falls eine Metropathie (Erkrankung der Gebärmutter) vorliegt, ist die Hysterektomie unumgänglich. Kryptorchide Hoden sollten entfernt werden, da in solchen Fällen das Risiko der Entartung groß ist. Wenn eine Klitoris stark vergrößert ist und zwischen den Labien hervortritt, ist die Resektion angebracht. Bei Hypospadie ist ein plastisch-chirurgischer Eingriff angezeigt.

So das war alles
Viele Grüße Andrea
Thema: Missbildung der weiblichen Geschlechtsteile (Vulva)

+ + + Bücher + + +

Praktikum der Hundeklinik. 
Hans Georg Niemand, Peter F. Suter
Parey Buchvlg., Berlin, 1994



=> Online bestellen

+ + +


 
Copyright 1996-2010 Thomas Beck