{"id":697,"date":"2015-03-10T13:23:43","date_gmt":"2015-03-10T12:23:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hunde.com\/blog\/?p=697"},"modified":"2019-03-11T11:47:27","modified_gmt":"2019-03-11T10:47:27","slug":"gassi-training-erziehung-und-spiele-fuer-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hunde.com\/blog\/2015\/03\/gassi-training-erziehung-und-spiele-fuer-unterwegs\/","title":{"rendered":"Gassi Training ~ Erziehung und Spiele f\u00fcr unterwegs"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.hunde.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Bruns_Seidensticker.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-700\" src=\"https:\/\/www.hunde.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Bruns_Seidensticker-213x300.jpg\" alt=\"Bruns_Seidensticker\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hunde.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Bruns_Seidensticker-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.hunde.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Bruns_Seidensticker.jpg 592w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a>Eine Rezension von Gudrun Beck, Z\u00fcchterin der <a title=\"www.fox-lions.de\" href=\"http:\/\/www.fox-lions.de\"><cite>Fox Lions Collies<\/cite><\/a><\/p>\n<p>Zweispaltig geschrieben und mit vielen aussagekr\u00e4ftigen Farbfotos illustriert, ist dieses Buch wirklich gut zu lesen. Das verwendete Deutsch ist leicht verst\u00e4ndlich. Etwas ungeschickt ist die Wahl von Grau als Schriftfarbe auf Wei\u00df bei Zwischen\u00fcberschriften und in Info-Boxen. Da muss ein leicht sehbehinderter Leser schon mehrmals hinschauen, um den Inhalt zu erfassen.<\/p>\n<p>Insgesamt aber ein sehr sch\u00f6nes und n\u00fctzliches Buch voller guter Ideen, wie man aus langweiligen Spazierg\u00e4ngen Abenteuer und Erlebnis-Events f\u00fcr sich und seinen Hund machen kann. Auf den ersten 73 Seiten geht es in erster Linie um \u00dcbungen zum Erlernen und Festigen des Grundgehorsams. <!--more-->Im Hauptteil folgen spezielle Aufgaben und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, die der artgerechten Auslastung des Hundes und der Teambildung mit &#8222;seinem&#8220; Menschen dienen. Besonders hilfreich sind die letzten Unterkapitel &#8222;Wenn die \u00dcbung nicht klappt&#8220; zu jeder Aufgabe. Hier werden m\u00f6gliche Fehlerquellen aufgezeigt und Ideen ge\u00e4u\u00dfert, wie man es besser macht. Wer auch nur einen Bruchteil der Anleitungen umsetzt, l\u00e4uft schon kaum noch Gefahr, dass sich der eigene Hund aus Langeweile immer mehr absetzt und verselbst\u00e4ndigt. Alle Anleitungen sind rein positiv aufgebaut. Als Motivation wird oft ein Leckerli, ein Superleckerli oder Supersuperleckerli empfohlen, aber auch Spiel, Schn\u00fcffeln d\u00fcrfen, Sozialkontakt oder, was sonst dem Hund gerade wichtig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ruhige \u00dcbungen wie das &#8222;Bleib!&#8220;, z. B. nach &#8222;Sitz!&#8220; oder &#8222;Platz!&#8220;, werden sinnvollerweise ruhig belohnt, also vorzugsweise mit Leckerli, wohingegen in Action-reichen Momenten, wie z. B. beim Abruf eines durchstartenden Hundes, schnelle, schnittige, noch mehr Action versprechende Belohnungen wirksam sind wie z. B. das Werfen eines Balles.<\/p>\n<p>Als einzige Korrekturma\u00dfnahme wird der Einsatz von Leine oder Zaun zum eher passiven Verhindern unerw\u00fcnschter Alternativ-Handlungen genannt. Nicht zum Erfolg zu kommen, soll Anreiz genug sein, das Gew\u00fcnschte auszuprobieren, das dann zum Erfolg in Form der Belohnung f\u00fchrt. Zur Best\u00e4tigung, dass der Hund gerade das Richtige tut, geh\u00f6rt vor der Belohnung ein Markerwort wie &#8222;Ja!&#8220; oder &#8222;Fein!&#8220; oder ein spezielles Klicken, das in dieser Situation immer eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Ein &#8222;Nein&#8220; im Sinne <a href=\"https:\/\/www.hunde.com\/blog\/2014\/09\/grunderziehung-fuer-welpen\/\">Anton Fichtlmeiers<\/a> fehlt ebenso wie die bewusste emotionale Abstufung des &#8222;Ja!&#8220;, je nachdem, wie wichtig dem Besitzer die zu belohnende Handlung war. Bruns empfieht sogar den Klick eines Knackfroschs (&#8222;Clicker&#8220;) als Alternative zum &#8222;Ja!&#8220; mit der eigenen Stimme, gerade weil er f\u00fcr den Hund unverwechselbar gleichlautend bleibt. Hier widersprechen sich die Autoren. Mir pers\u00f6nlich hilft ein &#8222;Nein!&#8220; in vielen Situationen, aufw\u00e4ndiges, rein positiv angelegtes Training nicht zu brauchen und viel schneller zum Erfolg zu kommen, wenn es z. B. darum geht, Gefundenes nicht zu fressen. Auch habe ich beobachtet, dass bewusst eingesetzte Abstufungen von &#8222;Ja!&#8220; und &#8222;Nein!&#8220; bei gen\u00fcgend sensiblen Hunden durchaus zu schnellerem Lernen f\u00fchren. Ein, wie ich finde, positiver Seiteneffekt ist, dass eine angemessene &#8222;Nein&#8220;-Konditionierung zu einem gesunden Respekt dem Menschen gegen\u00fcber beitr\u00e4gt, der im Alltag ein Segen ist. In einer guten Eltern-Kind-Beziehung kommt das Wort &#8222;Nein&#8220; auch vor, ohne Schaden anzurichten. Ich denke, davor hat Bruns Angst: Dass in diesem Zusammenhang zu brutal auf den Hund eingewirkt und damit \u00c4ngste aufgebaut werden. Das darf nat\u00fcrlich nicht passieren. Hier ist an das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen des Besitzers zu appellieren, dass er an der Wirkungsschwelle bleibt: So sanft wie m\u00f6glich, aber so deutlich wie n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Einen konkreten Verbesserungsvorschlag h\u00e4tte ich zu dem Problem, dass der Hund zu &#8222;Allez Hopp!&#8220; beim \u00dcberspringen eines relativ niedrigen Hindernisses mit den Pfoten aufsetzt, statt \u00fcber das Hindernis zu fliegen. Hier wird von Anfang an aus der &#8222;Sitz und bleib&#8220;-Position heraus gearbeitet. Das nimmt den Hund zu sehr aus dem Trieb. Er l\u00e4uft zu langsam an das Hindernis heran und braucht daher das Aufsetzen. Schnelles, freudiges Mitlaufen, am besten auch gemeinsames \u00dcberspringen der H\u00fcrde gen\u00fcgt in der Anfangsphase, um die ber\u00fchrungsfreie Variante hinzubekommen und belohnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich finde ich im Umgang mit gro\u00dfen Hunden die Idee, im Zuge der Leinenf\u00fchrigkeits\u00fcbung Zug nur am Halsband zu unterbinden und am F\u00fchrgeschirr zu erlauben (S. 67). Auf Seite 107 wird geraten, den Hund am Fahrrad am F\u00fchrgeschirr zu f\u00fchren, da es f\u00fcr den Hundehals so am ungef\u00e4hrlichsten sei. Wenn ein gro\u00dfer Hund dann in einer f\u00fcr ihn sehr aufregenden Situation unerwartet durchstartet, wird es f\u00fcr den Radfahrer lebensgef\u00e4hrlich! Im Gegenteil w\u00fcrde ich empfehlen, einen gro\u00dfen Hund entweder am Halsband oder sogar am Kopfhalfter (z. B. &#8222;Halti&#8220;) ans Rad zu nehmen. An letzteres muss er allerdings erst einmal in aller Ruhe gew\u00f6hnt werden. Solange die Leine durchh\u00e4ngt, ist es f\u00fcr Hund und Halter egal, an was die Leine am Hund befestigt ist. Sollte unerwartet Zug aufkommen, kann der Hund so weniger Kraft \u00fcbertragen und besser korrigiert werden. Zur Sicherheit f\u00fcr den Hund kann ein St\u00fcck Gummileine oder ein Sto\u00dfd\u00e4mpfer eingesetzt werden, so dass auf keinen Fall ein Ruck entsteht, der f\u00fcr die Halswirbels\u00e4ule des Hundes gef\u00e4hrlich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Eine weitere gef\u00e4hrliche Stelle habe ich auf S. 109 gefunden: Hier muss es im Zusammenhang mit dem vor seinem Hundef\u00fchrer an gespannter Leine herjoggenden Hund &#8222;H\u00fcftgurt&#8220; statt &#8222;Bauchgurt&#8220; hei\u00dfen. Leider habe ich schon ungeschickte Hundebesitzer gesehen, die selbst mit so starken Hunden wie einem Husky ihre eigene Gesundheit an Wirbels\u00e4ule, Knien und H\u00fcften riskierten, weil sie zu bl\u00f6d waren, den Gurt um ihren eigenen Schwerpunkt zu arretieren. Der liegt nicht auf H\u00f6he von Bauch und Hohlkreutz, sondern tiefer um H\u00fcfte und Hintern. Zum Schutz der Hundef\u00fchrer sollte darauf hingewiesen werden.<\/p>\n<p>Sehr gut sind zum Schluss des Buches die Empfehlungen zum Aufbau von Impulskontrolle, also Selbstbeherrschung des Hundes, und Managment von Alltagssituationen, die den Hund aufregen k\u00f6nnen, wie z. B. Hundebegegnungen.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall ist dieses Buch eine Bereicherung f\u00fcr alle Hundebesitzer, die eine intensive Beziehung zu ihrem Hund anstreben und sich und ihren Hund unterwegs nicht langweilen wollen.<\/p>\n<p>Gassi Training &#8211; Erziehung und Spiele f\u00fcr unterwegs<br \/>\nDr. Sandra Bruns und Anett Seidensticker<br \/>\nFranckh-Kosmos Verlags-GmbH &amp; Co. KG,<br \/>\nStuttgart, 2015<br \/>\n136 Seiten, Paperback<br \/>\nISBN: 978-3-440-14294-3<br \/>\n14,99 \u20ac (D)<br \/>\n15,50 \u20ac (A)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Rezension von Gudrun Beck, Z\u00fcchterin der Fox Lions Collies Zweispaltig geschrieben und mit vielen aussagekr\u00e4ftigen Farbfotos illustriert, ist dieses Buch wirklich gut zu lesen. Das verwendete Deutsch ist leicht verst\u00e4ndlich. Etwas ungeschickt ist die Wahl von Grau als Schriftfarbe auf Wei\u00df bei Zwischen\u00fcberschriften und in Info-Boxen. 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