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	<title>Hunde.com Magazin &#187; Spaziergang</title>
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		<title>3 Jahre Hundewald Harz</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Nov 2012 18:21:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der Fox Lions Collies und Initiatorin des Hundewald Harz &#8220;Hundewald Harz&#8221; ist die Idee der erwanderbaren Freilauf-Gehege im Erholungsgebiet Harz. Die Idee &#8220;Hundewald Harz&#8221; soll den sanften Tourismus fördern, Hunden mehr Lebensfreude, artgerechte Bewegung, Auslastung und Ausgeglichenheit bescheren, Hundehalter und ihre Familien glücklich machen sowie das Wild vor Hunden [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Cynthia_DSC_4076.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-461" style="margin: 5px 10px;" title="Cynthia_DSC_4076" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Cynthia_DSC_4076-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der <a title="www.fox-lions.de" href="http://www.fox-lions.de"><cite>Fox Lions Collies</cite></a> und Initiatorin des <a title="www.hundewald-harz.de" href="http://www.hundewald-harz.de"><cite>Hundewald Harz</cite></a></p>
<p>&#8220;Hundewald Harz&#8221; ist die Idee der erwanderbaren Freilauf-Gehege im Erholungsgebiet Harz. Die Idee &#8220;Hundewald Harz&#8221; soll den sanften Tourismus fördern, Hunden mehr Lebensfreude, artgerechte Bewegung, Auslastung und Ausgeglichenheit bescheren, Hundehalter und ihre Familien glücklich machen sowie das Wild vor Hunden schützen, aber auch die Hunde vor Wildschweinen, Luchsen, Wölfen, Verkehrstot und Abschuss bewahren. Eine Idee für die Aufwertung der Region als Nah- und Fernziel für die Zielgruppe der Hundehalter und eine neue Chance für Gastronomie und Tourismus gerade im West-Harz.<span id="more-454"></span></p>
<p>In den 2 m hoch eingezäunten Freiläufen ist das Ableinen und freie Spielen mit Hunden auch während der Brut- und Setzzeit (in Niedersachsen vom 1.4.-15.7.) erlaubt.</p>
<p>In Dänemark und Schleswig Holstein gibt es größere Hundewald-Areale, innerhalb derer man einen Spaziergang mit abgeleintem Hund machen kann. Bei uns in Niedersachsen bekämen wir so große Areale nicht genehmigt. Insofern ist die Lösung mit den erwanderbaren Freilauf-Arealen ein Kompromiss. In verschiedener Hinsicht ist es sogar gut, dass die umzäunten Areale jeweils nur ein paar tausend Quadratmeter groß sind. So kann ein wirklich nicht gut hörender Hund gut wiedergefunden werden und die Überwachung und Instandhaltung des Zauns gestaltet sich einfacher. Dem Wild nehmen wir wirklich nicht viel weg. Die Bündelung der Hunde-Verkehrsströme entlastet die Natur in empfindlicheren Regionen.</p>
<p>&#8220;Hundewald Harz&#8221; ist eine Erfolgsstory zu ein paar Metern Zaun im Wald. Das erste, kaum einen halben Hektar große Freilauf-Areal &#8220;Schwarzewald&#8221; südlich von Wildemann wurde bereits April 2009 geöffnet. Ein zweites Freilauf-Areal in erwanderbarer Entfernung befindet sich seit April 2012 hinter der Waldgaststätte  Spiegelthaler Zechenhaus, direkt im Anschluss an  Terrasse und Biergarten.</p>
<p>Anfang April 2009, pünktlich zu Beginn der Brut- und Setzzeit, konnte mit guter Medienpräsenz die Eröffnung des ersten Freilaufareals gefeiert werden. Der feine Doppelsprung eines Tricolor-Collierüden mit einer gleichfarbigen Entlebucher-Sennen-Hündin über einen liegenden Baumstamm mit jeweils einem Stöckchen in der Schnauze, ging um die Welt. Zwischen Madonna und Sarkozy zählte es einen Tag lang zu den Top 10 Fotos der Welt. Große Deutsche Tageszeitungen widmeten diesem Foto und einem dazu gehörenden Text eine ganze Seite. Mehrere Hundemagazine brachten mehrseitige Artikel über den ersten &#8220;Hundewald&#8221; im Harz.</p>
<p>Seit 2009 ununterbrochen im Netz und zu Suchbegriffen wie &#8220;Urlaub mit Hund im Harz&#8221; bei allen Suchmaschinen bestens zu finden, ist der Internet-Auftritt www.hundewald-harz.de, der unabhängig vom jeweiligen Träger unsere Idee und die aktuellen Angebote samt Wanderkarte zeigt.</p>
<p>Insofern verwundert es nicht, dass Gäste auch von weit her anreisen, um in einem Freilauf-Areal bei Wildemann mit ihrem Hund zu spielen und eine Spende da zu lassen. Der Trägerverein des ersten Freilauf-Areals zählte drei Jahre nach der Gründung bereits über 100 Mitglieder, von denen die wenigsten aus der Region Harz stammten. Finanzielle Sorgen wurden schnell vergessen.</p>
<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Olivia_DSC_4495.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-463" style="margin: 5px 10px;" title="Olivia_DSC_4495" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Olivia_DSC_4495-300x185.jpg" alt="" width="300" height="185" /></a>Das Gefühl, mit seinem abgeleinten Hund spielen zu dürfen, ohne Angst haben zu müssen oder sich kriminell zu fühlen, ist vielen Hundefreunden eine weite Anfahrt wert. Viele Übernachtungen wurden so zusätzlich in Wildemann und den umliegenden Orten verbucht. Alle Altersgruppen sind vertreten. Singles, Familien mit Kindern aller Größen, ältere Menschen und sogar sehr alte schafften es zu diesem ersten Freilauf-Gehege hinauf.</p>
<p>Leider schafften es einige Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer nicht. An eine barrierefreie Lage hatte bei der Planung niemand gedacht. Wer sich vorab mit seinem Problem bei uns meldete, konnte bei der Forst eine Fahrerlaubnis bekommen und eine Wegbeschreibung, wie man über einen Forstweg das Freilauf-Areal &#8220;Schwarzewald&#8221; erreicht. So hatte der Freilauf &#8220;Schwarzewald&#8221; dann doch überraschend viele Behinderte zu Gast. Gerade für sie ist es sonst ein Problem, den Hund auszulasten. Der Freilauf &#8220;Alaska&#8221; hinter dem Spiegelthaler Zechenhaus ist zwar für jeden Gast mit dem Auto direkt zu erreichen, da ein eigener Parkplatz vorhanden ist, doch von der Terrasse in das Freilauf-Areal kommt man als Rollstuhlfahrer auch hier nicht. Für ein barrierefreies Freilauf-Areal suchen wir noch einen Träger und eine geeignete Fläche!</p>
<p>Ganze Gruppen meldeten sich an. Rettungshundestaffeln, Therapiehunde-Organisationen, Züchtervereine, Nachwuchstreffen, Internet-Communities, Fanclubs zu bestimmten Hunderassen usw. verbrachten Arbeits- und Erholungs-Wochenenden bei uns in Wildemann. Dabei bekam im Freilauf-Areal &#8220;Schwarzewald&#8221; niemals jemand ein exlusives Nutzungsrecht. Dieses Freilauf-Areal steht 7 Tage pro Woche 24 Stunden am Tag kostenlos allen Hundefreunden zur Verfügung. Etwas anders sieht es beim privat von den Gastwirten des Spiegelthaler Zechenhauses geschaffenen Freilauf &#8220;Alaska&#8221; aus. Dieser ist zwar noch etwas kleiner als der Auslauf &#8220;Schwarzewald&#8221;, kann aber für Gruppenveranstaltungen gebucht werden (05323-96783). Wer dann dazu kommt, wird u. U. zum anderen Freilauf-Areal weiter geschickt. Normalerweise haben aber auch hier alle Spaß miteinander. Auch hier ist die Nutzung kostenlos. Verzehrzwang besteht nicht. Nette Hundler bestellen sich gerne eine Kleinigkeit oder lassen eine Spende da.</p>
<p>Dass es der Absprache bedarf, wenn sich Halter mit Streithähnen in einem Freilauf treffen, sollte klar sein. In einem solchen Fall macht eben erst der eine eine Wanderung in die Umgebung und dann der andere.</p>
<p>An manchen schönen Sonntagen haben wir über 50 Hunde gleichzeitig im ersten Freilauf-Areal &#8220;Schwarzewald&#8221;. Im Verlauf schöner Sonntage kommen einige 100 Besucher dort hin. Der Freilauf &#8220;Alaska&#8221; ist längst nicht so bekannt und überlaufen. Manchmal machen wir mit interessierten Gästen spontan eine kleine Wanderung in das umliegende Waldgebiet und zu den Badeseen und erklären Details zu unserer Harzer Gebirgswelt.</p>
<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Norvin_DSC_4097.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-462" style="margin: 5px 10px;" title="Norvin_DSC_4097" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2012/11/Norvin_DSC_4097-300x188.jpg" alt="" width="300" height="188" /></a>Soweit uns bekannt ist, gab es in den Freiläufen noch keinen einzigen Angriff eines Hundes auf einen Menschen. Unter Hunden sieht es da schon etwas anders aus. Leider kann längst nicht jeder Hundebesitzer seinen eigenen Hund im Umgang mit Artgenossen korrekt einschätzen. Manch einer übersieht wichtige Kommunikations-Signale oder nimmt sie nicht ernst. Wie überall sonst im Lande gilt: Jeder Hundehalter haftet für seinen Hund. Eine Hundehaftpflichtversicherung, wie sie in Niedersachsen jetzt Vorschrift ist, macht da durchaus Sinn. Zu ernsten Beißereien kam es aber wirklich selten. Dr. Grammel, Tierklinik Osterode, bestätigte uns, dass in den drei Jahren seit Eröffnung des ersten Freilaufs nur selten ein im &#8220;Hundewald&#8221; gebissener Hund bei seinem Team auf den Tisch kam.</p>
<p>Die Gästestatistik von Wildemann hat sich durch die Umsetzung der Hundewald-Idee spürbar verbessert. Wildemann steht jetzt sehr viel besser da, als andere Orte im Oberharz, deren Tourismus weiterhin deutlich rückläufig ist.</p>
<p>Aus allen Regionen Deutschlands kommen Anfragen, wie wir das geschafft haben. Man möchte in der eigenen Gemeinde auch so einen &#8220;Hundewald&#8221; einrichten. Meist sind die Behörden dagegen. Der Bedarf ist riesengroß. Bislang eine Nische, besetzt von der kleinen Bergstadt Wildemann im Nordharz.</p>
<p>Also, wie realisiert man so einen &#8220;Hundewald&#8221;? Das wichtigste ist, in Forstamt und Verwaltung die Idee als sinnvoll rüberzubringen. Dann sollte gemeinsam nach einem geeigneten Gelände gesucht werden, das möglichst außerhalb der Natur- und Landschaftsschutzgebiete liegt. Der Besitzer kann das Gelände dem zukünftigen Betreiber des Hundewalds verpachten.</p>
<p>Als Betreiber hatten wir hier in Wildemann einen e. V. mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit gegründet, was ich nicht mehr empfehlen würde, da die Vereinsmeierei vieles kaputt macht. Besser wäre eine neutrale Trägerschaft bei einem Betrieb, der Forst oder Verwaltung, was verhindert, dass sich &#8220;privilegierte&#8221; Gruppen herausbilden, die schließlich andere ausgrenzen. Zu empfehlen ist eine Versicherung der Verkehrssicherheit des Geländes. Ist der Zaun und das Tor erst einmal errichtet, fallen außer Pacht und Versicherung kaum noch Kosten an. Die Spendenbereitschaft dafür ist bei Hundefreunden überraschend groß. Die Spenden unserer Gäste könnten etliche Freiläufe finanzieren!</p>
<p>Viel Erfolg und viel Spaß mit Ihrem Hund wünschen Ihnen</p>
<p>Gudrun und Thomas Beck,<br />
Initiatoren von &#8220;Hundewald-Harz&#8221;,<br />
<a title="www.hundewald-harz.de" href="http://www.hundewald-harz.de"><cite>www.hundewald-harz.de</cite></a></p>
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		<title>Durch die Röhre voran!</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 16:52:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der Fox Lions Collies und Initiatorin des Hundewald Harz Viele kennen den Lauf des Hundes durch den Stofftunnel als Agility-Aufgabe oder die Arbeit durch Betonröhrensysteme zu einem versteckten &#8220;Opfer&#8221; in der Rettungshundeausbildung mit Schwerpunkt Trümmerarbeit. Aber auch ohne konkreten Anlass ist eine solche Aufgabe sinnvoll. Viele Hunde, besonders die, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der <a title="www.fox-lions.de" href="http://www.fox-lions.de"><cite>Fox Lions Collies</cite></a> und Initiatorin des <a title="www.hundewald-harz.de" href="http://www.hundewald-harz.de"><cite>Hundewald Harz</cite></a><br />
<a href="http://www.fox-lions.hunde.com/aron.php" target="_blank"><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://www.fox-lions.hunde.com/cache/2009_02_03_aron_dsc_4066_klein_560x420.jpg" alt="Aron" width="190" height="225" /></a>Viele kennen den Lauf des Hundes durch den Stofftunnel als Agility-Aufgabe oder die Arbeit durch Betonröhrensysteme zu einem versteckten &#8220;Opfer&#8221; in der Rettungshundeausbildung mit Schwerpunkt Trümmerarbeit. Aber auch ohne konkreten Anlass ist eine solche Aufgabe sinnvoll. Viele Hunde, besonders die, die den Stofftunnel bereits früh kennenlernten, werden mit keiner Röhre je ein Problem haben und auf das Kommando &#8220;Tunnel&#8221; oder &#8220;Durch die Röhre voran!&#8221; fröhlich überall durchlaufen. Manche Hunde zeigen jedoch zunächst Ängste und Widerstand. Sie sollten diese Übung vorsichtig beigebracht bekommen. &#8220;Wieso denn?&#8221;, mag ein interessierter Leser fragen. Und hier ist die Antwort:<span id="more-30"></span></p>
<p>1. Er wird mutiger. Der Hund lernt einerseits, claustrophobe Ängste zu überwinden. Er muss während der Ausführung ohne Herrchen/Frauchen auskommen und sogar von diesem weg arbeiten.</p>
<p>2. Das Vertrauen und die Bindung zu Herrchen/Frauchen wird gestärkt, weil der Hund  anfängliche Ängste überwindet und einsieht, dass das, was man sich von ihm wünscht, gar nicht gefährlich ist, sondern ein lustiges Spiel darstellt, was toll belohnt wird. Er wird sich auch in anderen Situationen, die ihm Angst machen, besser führen lassen.</p>
<p>3. Man hat eine Abwechselung mehr auf Spaziergängen, auf denen man geeignete Röhren findet. Viele Hunde beginnen aus Langeweile zu jagen oder andere Unarten zu entwickeln, weil sie viel zu wenig Aufgaben definiert bekommen. Damit es ihnen bei Herrchen/Frauchen nicht langweilig wird und man etwas hat, worüber man sich gemeinsam freuen kann.</p>
<p>4. Es stärkt Herrchens/Frauchens Dominanz, weil der Hund etwas tun muss, was er ursprünglich nicht wollte.</p>
<h2>Beispiel: Unser Amerikanischer Collie-Deckrüde Fox Lions Drago</h2>
<p>Das obere Foto zeigt den bereits 15-jährigen &#8220;Aron vom Staatsforst&#8221;, unseren ersten Amerikanischen Collie-Deckrüden. Fox Lions Drago, ein Enkel (untere Fotos), kam mit fast 3 Jahren umständehalber zu uns zurück. Inzwischen ist er als Amerikanischer Collie-Deckrüde bei uns im Zuchtverein anerkannt. Er war als kleiner Colliewelpe verkauft worden, hat über 2-einhalb Jahre in einer Familie gelebt und war jetzt eben wieder Teil meiner Zuchtgruppe. Ein sehr gut erzogener Hund, der nur in ganz bestimmen Situationen ängstlich zögerte oder sogar verweigerte.</p>
<p>Als er im Herbst gerade 3 war, lernte ich eine solche Situation kennen. Auf einem Spaziergang durch den Wald machten wir an einer Betonröhre halt, die einen kleinen Bach unter einem Forstweg durch ableitet. Ich ließ die Rudelgefährten fröhlich durch diese Röhre laufen und belohnte sie für jeden Durchgang mit einem Leckerli. Alle machten mit, bis auf Drago. Ich versuchte kurz, ihm Hilfestellung zu geben, indem ich ihn am Halsband zum Röhreneingang führte. Beim Versuch, ihn in die Röhre zu lenken, sträubte er sich, sprang mit seinen 30 kg wild beiseite, riss sich los. Die Bedingungen für weiteres Üben waren an dem Tag denkbar ungünstig: Der Boden war matschig, so dass ich mich auch ohne widerspenstigen Hund an der Hand kaum auf den Füßen halten konnte. Es regnete und der Bach war relativ breit. Ich beschloss, an einem geeigneteren Tag hier systematisch mit ihm zu üben und ignorierte ihn erst einmal. 1:0 für Drago. Solche Siege sollten die absolute Ausnahme sein im Hunde-Alltag!</p>
<p>Ende Januar 2009 waren die Bedingungen ideal: Lang anhaltender Frost hatte die Röhre und ihr Umfeld trocken gelegt, so dass Scheu vor Wasser als zusätzliche Hemmung schon mal wegfiel. Der Schnee lag einen halben Meter hoch um die Röhre herum, ließ Ein- und Ausgang aber offen. Wie im Herbst, ließ ich die Rudelgefährten fröhlich &#8220;Durch die Röhre voran!&#8221; ausführen und gab jedem, sowie er bei mir wieder ankam, ein Leckerli. Alle bis auf Drago beeilten sich, möglichst schnell und oft durch die Röhre zu kommen. Drago sprang ausgeregt kläffend auf dem Forstweg und neben der Röhre herum. Ich schaffte es in Momenten, wo wir alleine waren, für ihn Leckerlis im Eingangsbereich vor der Röhre fallen zu lassen, so dass er sich dem Eingang stärker nähern musste, um diese einzusammeln. Da er dabei aber immer schnell Konkurrenz hatte, leinte ich die Rudelgefährten an und machte sie ein paar Meter weiter an einem Baum fest. Jetzt konnte ich gezielt für Drago sogar Leckerlis bis 1 m in die Röhre hinein werfen und er traute sich, sie zu holen, war aber immer schnell im Rückwärtsgang wieder draußen. Er begann, seine Ängste zu überwinden. Genug für diesen Tag.</p>
<p><a href="http://www.fox-lions.hunde.com/drago.php" target="_blank"><img class="alignleft" src="http://www.fox-lions.hunde.com/cache/2009_02_03_drago_dsc_4085_560x420.jpg" alt="Drago 4" /></a>Tags drauf nahm ich außer den Leckerlis auch eine zusätzliche Leine mit. Diesmal befestigte ich die Sammelleine mit den Rudelgefährten gleich an einem Baum und holte die Hunde einzeln ab, um sie durch die Röhre laufen zu lassen. Erst einmal nahm ich die dran, von denen klar war, dass sie es gut machen würden. Drago sollte in aller Ruhe zusehen. Das Rudel kläffte vor Aufregung. Zuletzt war also Drago dran. Ich wiederholte die Leckerli-Übung des vergangenen Tages, ließ Drago dabei aber angeleint. Schließlich versuchte ich, ihm den Rückweg zu versperren und so mein &#8220;Durch die Röhre voran!&#8221; durchzusetzen. Dieser Versuch löste seinen Widerstand aus. Er drängelte mich aus dem Eingangsbereich und begann, wild herumzuspringen, um sich loszureißen wie an seinem 1:0-Tag. Ich war darauf gefasst und verhinderte mit beiden Händen an der Leine, dass er es schaffte. Derweil lag ich im Schnee. Ich war weich gefallen. Es machte mir also nichts aus. Ich konzentrierte mich auf das Festhalten der Leine und wartete kommentarlos ab, bis Drago sich beruhigt hatte. Dann ging ich mit ihm zum anderen Ende der Röhre. Kaum erkannte er, was ich vorhatte, begann die Hüpferei wieder. Auch hier konnte ich mich nicht auf den Füßen halten und lag im Schnee. Seine 30 kg hatten gegen meine 50 kg auf unregelmäßigem Untergrund am steilen Hang im Schnee erst einmal wieder gewonnen. Ich richtete mich halb auf, konzentrierte mich wieder allein darauf, die Leine festzuhalten, schaute in den blauen Himmel, die Bäume, was auch immer, nur nicht zu Drago. Er beruhigte sich und ich setzte erneut an, ihn an den diesseitigen Eingang der Röhre zu bringen. Das gleiche Spiel begann. Ich hatte die anderen Hunde ordentlich jenseits des Weges festgemacht, so dass sie außer Gefahr waren, selbst wenn ein Fahrzeug vorbeigekommen wäre. Wir waren allein. Ich hatte Zeit. Drago sollte erleben, dass die Nummer mit dem Losreißen bei mir nicht funktioniert. Schließlich sah Drago ein, dass wir so nicht weiterkamen. In seiner nächsten ruhigen Phase hüpfte er zu meiner großen Freude in die Röhre hinein! Spielstand: 1:1. Mit beiden Händen verhinderte ich, dass er mir im nächsten Moment vor die Füße sprang und tatsächlich &#8211; mein &#8220;Voran!&#8221; wurde befolgt. Ich ließ die Leine los. Er schlich in ängstlich geduckter Haltung Schritt für Schritt durch die Röhre. Das andere Ende kannte er ja schon. Ich sagte gar nichts mehr, um ihn auf keinen Fall abzulenken. Als ich durch die Röhre sah, wie er die Röhre verließ, kam mein bestätigendes &#8220;Fein! Drago, fein!&#8221;. Drago sprang aufgeregt kläffend auf dem Forstweg und knapp daneben herum. Diesmel zeigte ich Freude, so deutlich ich konnte, sprang selbst auf den Fortweg hoch, winkte, hüpfte mit ihm gemeinsam übermütig herum und belohnte ihn mit händeweise Leckerlis. Genug für heute. Ein toller Erfolg! Schließlich brauchte ich das &#8220;Platz!&#8221;-Kommando, um ihn wieder anleinen zu können. Wir gingen alle zusammen in aller Ruhe nach Hause. Drago erzählte mir noch den halben Weg über von seiner mutigen Tat und baute übermütig Spielaufforderungen ein, auf die ich jedoch nicht eingehen konnte.</p>
<p><a href="http://www.fox-lions.hunde.com/drago.php" target="_blank"><img class="alignleft" src="http://www.fox-lions.hunde.com/cache/2009_02_03_drago_dsc_4074_560x420.jpg" alt="Drago 5" /></a>Einen Tag später stellte ich mein Rudel erneut am Baum ab, ließ die &#8220;Experten&#8221; einzeln ihre Übung zeigen und hatte schließlich Drago an der Leine. Den ersten Versuch, ihn von dem Ende der Röhre zu schicken, wo ich die anderen gestartet hatte, gab ich schnell auf, noch bevor er richtig ins Meideverhalten gehen konnte. Nein, die Seite, von der er es gestern gemacht hatte, war natürlich die bessere. Ohne großes Theater sprang er dann auch brav hinein und schlich los, ohne sich umzudrehen. Von Schritt zu Schritt ging er aufrechter und schneller. Große Freude und Aufregung beiderseits, als er am anderen Ende die Röhre verlassen hatte. Reichliche Belohnung. Jetzt stellte ich mich an den anderen Eingang der Röhre, der eben noch sein Ausgang war und siehe da, ganz von selbst kam Drago auf die Idee, an mir vorbei in sie hineinen und durch sie hindurch zu laufen! Wieder große Begeisterung und gleich nochmal! Jetzt wollte Drago &#8220;druch die Röhre voran&#8221;. Nach sinem 3. fröhlichen Durchgang von dieser Seite beschloss ich, es sei genug für diesen Tag. Auch an diesem Tag benötigte ich das &#8220;Platz!&#8221;-Kommando, um ihn wieder anleinen zu können. So aufgeregt sprang er herum. Auch zu Beginn des Heimwegs war er noch recht aufgedreht.</p>
<p>Noch einen Tag später brauchte ich die angehängte Einzel-Leine kein einziges mal in die Hand zu nehmen. Drago flitzte von Anfang an von beiden Seiten begeistert durch die Röhre, nahm freudig seine Leckerchen entgegen und verzichtete auf die ganz große Aufregung. Ich brauchte kein Kommando, um ihn schließlich wieder anzuleinen. An diesem Tag entstanden die beigefügten Fotos. Drago hat seither kein Problem mehr mit dunklen Röhren und ähnlichen Durchgängen. Er ist jetzt genauso cool wie die anderen Rudelgefährten. Ich bin froh, dass ich denen diese Übung bereits im Welpenalter beibringen konnte, bei weit weniger als 30 kg!</p>
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		<title>Die Rettungskläffer aus dem Collieclan</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Sep 2006 13:01:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der Fox Lions Collies und Initiatorin des Hundewald Harz Do, 28.9.06, vormittags Folgende Mail über den bei mir geborenen, jetzt eineinhalb Jahre alten Amerikanischen Collie Clairence verpasste mir einen Riesenschreck: &#8220;Hallo Gudrun, gestern 27.09. ist uns Clairence zwischen Niedernwöhrn und Pollhagen bei Stadthagen in Schaumburg (NS) panisch entlaufen. Bitte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Bericht von Gudrun Beck, Züchterin der <a title="www.fox-lions.de" href="http://www.fox-lions.de"><cite>Fox Lions Collies</cite></a> und Initiatorin des <a title="www.hundewald-harz.de" href="http://www.hundewald-harz.de"><cite>Hundewald Harz</cite></a></p>
<h2>Do, 28.9.06, vormittags</h2>
<h2><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26" title="img207101_2" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></h2>
<p>Folgende Mail über den bei mir geborenen, jetzt eineinhalb Jahre alten Amerikanischen Collie Clairence verpasste mir einen Riesenschreck:</p>
<p>&#8220;Hallo Gudrun,</p>
<p>gestern 27.09. ist uns Clairence zwischen Niedernwöhrn und Pollhagen bei Stadthagen in Schaumburg (NS) panisch entlaufen. Bitte sei so lieb und starte eine Suchaktion. Die Polizei, Tasso und das Tierheim in Stadthagen wissen bescheid. Ich melde mich jetzt schon bei dir, weil ich denke, um so eher um so größere Chancen haben wir ihn zu finden. Ich habe am Kanal in Niedernwöhrn eine Decke an den Platz gelegt, wo ich geparkt habe. Ich hoffe er findet dorthin zurück und riecht uns. Sollte jemand Clairence finden&#8230;&#8221;<span id="more-25"></span></p>
<p>Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Vor 10 Tagen hatte ich ihn noch beim Fox-Lions-Collie-Verwandtschaftstreffen dabei. Mein lieber Clairence, der über 4 Monate bei mir lebte und als letzter von 9 C-Wurf-Geschwistern ins neue Zuhause abgeholt wurde. Inzwischen ist er mehrmals erfolgreich ausgestellt worden &#8211; ein schöner, großer Collie-Rüde mit angenehm sanftem Charakter. Er hatte sich wie wir so über das Wiedersehen gefreut und jetzt das. Außerdem vermissen wir bereits im Raum Heidelberg seit dem 14. Juli 2006 eine Wurfschwester&#8230;</p>
<p>Ich rief Clairence Frauchen an, ließ mir den Ablauf genau schildern. Man war mit Kollegen und deren Hunden in einem Gebiet etliche km von Clairence Zuhause entfernt zum 1. Mal spazieren gegangen. Mitten aus dem Spiel mit den anderen Hunden heraus, galoppierte er plötzlich ohne irgendeinen ersichtlichen Grund panisch auf und davon. Wahrscheinlich war er in ein Erd-Wespen-Nest getreten. Solche Fälle häufen sich ja gerade um diese Jahreszeit.</p>
<h2>Do, 28.9.06, mittags</h2>
<p>Ich mailte alle 4 Familien an, die im Raum Hannover einen Collie aus meiner Zucht haben und bat um Hilfe. Sie könnten doch bitte mit ihrem Collie im angegebenen Gebiet einen Spaziergang machen und ihren Hund möglichst viel freudig bellen lassen, um das verloren gegangene Familienmitglied anzulocken.</p>
<h2>Do, 28.9.06, abends</h2>
<p>Leider bestand die bis zum Abend einzige Reaktion auf meine Mail-Aktion in einer telefonischen Absage mit Begründung. Ich beschloss, mich im nächsten Tageslicht selbst an der Suche zu beteiligen und zwar mit Unterstützung von 4 Rudelmitgliedern: Clairence Mama Belana und die Schwestern Arabelle, Ballota und Chandra wollte ich mitnehmen. Gegen Anjin sprach der dicke Bauch. Unser F-Wurf ist unterwegs und soll auf keinen Fall gefährdet werden. Papa Aron und Bruder Anders sollten zu Hause bleiben, um Anjin Gesellschaft zu leisten. Außerdem sind 4 Hunde in einem PKW schon eine ganze Menge.</p>
<p>Mein Mann kam von der Arbeit und war von meinem Plan gar nicht begeistert. Er verwies auf die schlechte Sicherung meiner Hunde auf der Fahrt, wie ich sie mir vorstellte. Nein, dann wolle er lieber fahren und ich könnte im Notfall auf die Hunde einwirken. Er nahm sich einen Tag Urlaub dafür, wollte dann aber auch möglichst bereits in der Frühdämmerung mit der Suche beginnen.</p>
<p>Ich besprach unseren Plan mit beiden Clairence-Frauchen. Nica konnte sich einen Tag frei nehmen und mitmachen, ab 6-7 Uhr früh, kein Problem, aber Tina müsse wohl arbeiten, könne höchstens kurz mitmachen. Eigentlich sei man ja auch mit Freunden und deren Hunden schon überall gewesen, hätte gerufen, bellen lassen &#8211; nichts. Da Clairence jedoch bereits mehrfach gesehen worden war, wussten wir ungefähr, in welchem Waldgebiet er sich noch befinden müsste.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 4:00 Uhr</h2>
<p>Aufstehen, Kaffee als Frühstück. Aron, Anders und Anjin eine Viertelstunde ausgeführt. Trockenfutter eingepackt, den 4 eingeplanten Helfern Halsbänder und Leinen angehakt und dann runter ins Tal zu den Autos. Getränkekästen in den Zweitwagen umgeladen, so dass die 4 Helfer genug Platz zum Liegen in unserem größeren Fahrzeug hatten. &#8220;Einsteigen, Autofahren!&#8221;.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 7:15 Uhr</h2>
<p>Ankunft bei Clairence zu Hause. Herzliche Begrüßung. Ausdruck von Lageplänen bzw. wenig detaillierten Karten des Suchgebietes. Besser als nichts.</p>
<p>Ganz doll loben muss ich an dieser Stelle die Bewohner der umliegenden Gemeinden, die direkt an den ersten beiden Tagen Tina anriefen, um Bellzeichen und Sichtkontakt zu melden, die helfen wollten und dies z. T. mit Taschenlampen im Dunkeln auch noch versucht haben. Dank ihrer Hilfe konnte ein recht überschaubares Suchgebiet definiert werden.</p>
<p>Austausch von Handy-Nummern und Vergleich von Uhrzeiten. Bunte A4-Zettel in die Fahrzeugscheiben geklebt, die andere Menschen an den geparkten Autos aufklären sollten über Clairence Verschwinden. Erste Strategie-Diskussion. Start mit 4 Personen, 4 Handys, 3 PKWs und 5 Hunden, weil die kleine Terrierhündin Ida auch mitkommen sollte. Mein Mann Thomas übernahm den Wohnbus von Clairence Frauchen, so dass ich ab jetzt doch mit meinen 4 Collies alleine in unserem Auto fuhr.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:00 Uhr</h2>
<p>Um sich mit möglichst vielen Autos im Suchgebiet verteilen zu können, Halt an Tinas Arbeitsplatz, wo sie ihren Kleinwagen stehen hatte. Sie durfte sich diesen Tag frei nehmen! Fortsetzung der Fahrt mit 4 Personen in 4 PKWs. Zwischenstopps zum Aushängen von bunten A4-Zetteln an Wanderkarten.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:25 Uhr</h2>
<p>2. Strategie-Diskussion an einem Parkplatz, der sich bereits im anvisierten Suchgebiet befand. Tina verließ uns als erste auf einem Forstweg weiter in den Wald hinein. Sie wollte ihren Kleinwagen offen stehen lassen, damit Clairence, falls er vorbei kommen sollte, einsteigen könnte. Der Wohnbus sollte am Parkplatz bleiben.</p>
<p>Wir fanden am Wegesrand unter Bäumen eine fast 4 cm lange Hornisse, die mit klammen Flügeln noch flugunfähig über den Boden krabbelte. Wenn sich ein solches Tier bedroht sieht, weil z. B. ein Hund auf sie tritt, kann ich mir vorstellen, dass ein Stich mit weit mehr Gift als bei einer Wespe folgt, der bei einem Hund Panik auslösen kann.</p>
<p>Niemand soll sagen, in eine solche Situation könne er mit seinem Hund nie kommen! Clairence Besitzerinnen hatten sich das bis dahin auch nicht vorstellen können.</p>
<p>Bei Clairence ist die Bindung zu seinen Frauchen eigentlich sehr gut, so dass er immer und überall abgeleint geführt werden kann. Allerdings hatte er wohl in dem Moment die Flucht ins Auto vor, war auf den Parkplatz zurück gefegt, wo ihn jemand gesehen hat. Die Lehm-Abdrücke seiner Pfoten waren noch am Freitag deutlich zu sehen, wo er versuchte, den Wagen zu öffnen. Er soll dann mehrfach um den Wagen geflizt sein, es immer wieder versucht haben und schließlich in heimatlicher Richtung den Kanal entlang gesaust sein. Nun ist ein Collie keine Brieftaube und &#8220;Lassie&#8221; eben doch ein Märchen. Sonst wäre er spätestens über Nacht zu Hause angekommen. Er muss also irgendwann umgedreht sein, um in diesem Waldgebiet nach seinen Frauchen zu suchen, wahrscheinlich ungefähr da, wo sie gemeinsam gelaufen sind.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:30 Uhr</h2>
<p>Tina rief an. Sie hatte ihren Wagen in einer matschigen Waldwiese festgefahren. Egal, zum dort lassen war er erst einmal weit genug weg.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:35 Uhr</h2>
<p>Tina rief an. Sie hatte ein jämmerlich weinendes Bellen aus der Entfernung vernommen. Selbst schon in Tränen aufgelöst und durch Empfangsstörungen schwer verständlich, gestaltete sich unsere Diskussion um die Änderung der Such-Strategie durchaus schwierig. Immerhin gab es jetzt eine Richtung und einen bestimmten Weg, zu dem wir mit den anderen 2 Fahrzeugen aufbrachen. Tina wollte sich zu Fuß rufend in die Richtung bewegen, aus der sie das Bellen zu hören meinte.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:00 Uhr</h2>
<p>Ankunft mit 3 Personen, 2 Fahrzeugen und 5 Hunden am verabredeten Weg an einem großen Acker neben dem Forst oberhalb des Mittelland-Kanals. Eine abgeschlossene Schranke versperrte uns die Durchfahrt. Wir beschlossen, ab hier zu laufen. Anruf bei Tina, um ihr die Absicht zu mitzuteilen.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:10 Uhr</h2>
<p>Wir steckten noch in der Diskussion darüber, wer genau welchen Weg mit welchen Hunden zu gehen hätte, als ich auf die Idee kam, mein Rudel schon einmal aus dem Auto zu lassen. Es war meine Absicht, die Tiere laut bellen zu lassen, um evtl. hier schon von Clairence gehört zu werden.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:15 Uhr</h2>
<p>Wir waren immer noch bei den Autos, gingen aber gerade los. Da sahen wir plötzlich aus dem Wald heraus über den großen Acker ein schmutzig braunes Tier galoppieren, direkt auf uns zu. &#8220;Da ist er ja!&#8221;, rief Nica und wir konnten es kaum fassen: Tatsächlich, es war ein schmutziger Collie. &#8220;Clairence, Clairence!&#8221; &#8211; das musste Clairence sein! Er begrüßte uns alle stürmisch, die Menschen wie die Hündinnen. Ich beeilte mich, ihm eine Leine anzuhaken. Jetzt, wo er nicht mehr galoppierte, fiel auf, dass er seine Pfoten ungleich belastete. Sie waren blutig wund gelaufen. Er fühlte sich extrem mager an, aber er war fit und wirkte weder verletzt, noch krank. Wir beeilten uns, Tina anzurufen. Ich ließ alle Hunde &#8220;Sitz&#8221; machen und verteilte händeweise Trockenfutter, dass besonders Clairence gierig verschlang.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, immer noch vormittags</h2>
<p>Tina brauchte eine ganze Weile, bis sie zu Fuß bei uns war. Sie sollte weiter rufen und es war wirklich interessant zu beobachten, dass sie schon fast bei uns war, bis wir und Clairence sie hörten. Wir fuhren mit 2 Fahrzeugen in die Nähe von Tinas Auto und versuchten vergeblich, es aus dem Lehm zu befreien. Wir fuhren zum nächsten Gehöft und fanden tatsächlich einen Trekker-Besitzer, der uns den Kleinwagen aus der Matsche schleppte. Selbst von oben bis unten Lehm-beschmiert, fuhren wir wenig später die Autos durch eine Waschstraße und kauften ein. Clairence Come Back musste gefeiert werden! Unser Sohn konnte per Handy dafür gewonnen werden, sich nach der Arbeit als Dogsitter für Anjin, Aron und Anders zur Verfügung zu stellen, so dass wir eine Übernachtung bei Tina und Nica einplanen konnten.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 15:00 Uhr</h2>
<p>Clairence wurde von seiner Tierärztin gründlich untersucht und bekam die Pfoten versorgt. Ihm fehlte weiter nichts. 4 kg hatte er durch die viele Bewegung abgenommen. Von Dienstag Abend bis Freitag früh hatte er nichts zu fressen bekommen. Bei ihm zu Hause legte er sich erst einmal schlafen. Für die anderen 5 Hunde bauten wir im Garten einen Agility-Parkours auf, den jeder der 5 mehrfach ablaufen durfte. Soweit wir nicht aktiv mit ihnen beschäftigt waren, konnten sie Jagdspiele miteinander spielen.</p>
<h2>Sa, 30.9.06 4:00 Uhr</h2>
<h2><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-27" title="img207101_1" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></h2>
<p>Genug gefeiert und ungesunde Sachen konsumiert. Wir legten uns schlafen.</p>
<p>Mir beweist diese Erfahrung, wie wichtig es werden kann, wenn Hunde &#8220;gib Laut!&#8221; beherrschen &#8211; auch, wenn man sie sonst meist lieber leise hat. Hätte Clairence kleine Lebensgefährtin Ida dieses Kommando beherrscht, hätte man sicher bei den Suchaktionen in den 2 Tagen zuvor schon Erfolg gehabt. Fremde Hunde, wie der des Försters, der wohl zwischenzeitlich auch beim Suchen geholfen hat, interessieren einen gut sozialisierten Hund wie Clairence, der auf der Suche nach SEINER Familie war, überhaupt nicht.</p>
<p>Insofern wären außer direkten Verwandten sicher noch gute Freunde zum Heranbellen infrage gekommen, mehr aber auch nicht. Die menschliche Stimme ist einfach Mist, wenn es um akustische Reichweiten geht. So laut es geht gerufen, hatten die Suchenden natürlich auch immer.</p>
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