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	<title>Hunde.com Magazin</title>
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	<description>Aktuelles rund um den Hund</description>
	<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 20:47:21 +0000</pubDate>
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		<title>MDR1-Defekt bei Collies und verwandten Rassen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 22:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Autorin: Gudrun Beck

Bereits seit etwa zwanzig Jahren ist bekannt, dass bestimmte Rassehunde, meist Langhaar-Collies, eine auffallende Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneistoffen zeigen, wie z.B. dem Antiparasitikum Ivermectin. Es kam zu rätselhaften Todesfällen.
Wer einen Collie oder einen Rassehund der anderen unten aufgeführten Rassen besitzt, sollte über dessen MDR1-Genotyp bescheid wissen. Wer einen Hund vom Genotyp MDR1 -/- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Autorin: Gudrun Beck</em></p>
<p><a title="MDR1 +/+ Collie-Deckrüde Fox Lions Herby" href="http://www.fox-lions.de/" target="_blank"><img class="alignleft alignnone" style="float: left;" src="http://www.fox-lions.de/cache/2008_03_15_herby_dsc_0991_560x420.jpg" alt="MDR1 +/+ Collie-Deckrüde Fox Lions Herby" width="256" height="192" /></a></p>
<p>Bereits seit etwa zwanzig Jahren ist bekannt, dass bestimmte Rassehunde, meist Langhaar-Collies, eine auffallende Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneistoffen zeigen, wie z.B. dem Antiparasitikum Ivermectin. Es kam zu rätselhaften Todesfällen.</p>
<p>Wer einen Collie oder einen Rassehund der anderen unten aufgeführten Rassen besitzt, sollte über dessen MDR1-Genotyp bescheid wissen. Wer einen Hund vom Genotyp MDR1 -/- hat, muss unbedingt darauf achten, dass dieser keine Pferdeäpfel oder andere Hinterlassenschaften von Nutztieren aufnimmt oder aus Fischteichen säuft. Pferde, Vieh und Fische werden mit Ivermectin entwurmt. Ausscheidungen und vermutlich auch Teichwasser können lange noch schädliche Konzentrationen von Ivermectin enthalten. Tierärzte sind vor jeder Behandlung zu informieren. Mitunter muss man sie selbst erst einmal aufklären über das Problem! <span id="more-28"></span></p>
<p>Eine <a title="Liste Arzneistoffe" href="http://www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt/genotyp_mi_mi.html" target="_blank">Liste der Arzneistoffe</a>, die MDR1-defekten (MDR1 -/-) Hunden auf keinen Fall verabreicht werden dürfen, wird bei den Toxikologen der Universität Gießen gepflegt.</p>
<p>Der Gentest wird inzwischen von verschiedenen Labors angeboten und ist bezahlbar. Ein Backenabstrich mit einer Art Wattestäbchen oder eine kleine Blutprobe sind dafür einzusenden. Man kann sich selbst direkt an ein entsprechendes Labor wenden oder die Probennahme und deren Versandt seinem Tierarzt überlassen. Aktuelle Adressen sind über die Suche im Internet schnell zu finden.</p>
<p>Da das Vererbungsschema als autosonal rezessiv erkannt wurde, ist es einfach, vom Defekt nicht betroffene Welpen zu erzielen. Man benötigt lediglich einen Zuchtpartner, der den Genotyp MDR1 +/+ besitzt. Seine Nachkommen sind entweder MDR1 +/+ oder MDR1 +/-, keinesfalls aber MDR1 -/-. Leider nehmen selbst beim Langhaar-Collie längst noch nicht alle Züchter das Problem ernst.</p>
<p>Welpeninteressenten sollten sich über den MDR1-Genotyp des angebotenen Welpen oder zumindest den der Mutterhündin und des verwendeten Deckrüden informieren, um selbst Schlüsse ziehen zu können. Wer sich einen Welpen des Genotyps MDR1 -/- kauft, muss mit Mehrkosten bei tierärztlichen Behandlungen z. B. gegen Parasiten rechnen.</p>
<p>Das Tierschutzgesetz verbietet, Tiere mit absehbaren Organfunktions-Fehlern bewusst in Kauf zu nehmen. Wer heute einen Welpen mit MDR1 -/- verkauft, riskiert Schadensersatzansprüche in unkalkulierbarer Höhe, weil das Fressen von Pferdeäpfeln bereits teure Behandlungen und Rettungsversuche nach sich ziehen kann, die der Welpenkäufer vom Züchter zurückfordern kann.</p>
<h2>Hintergrund</h2>
<p>Es geht um einen Defekt an der Blut-Hirn-Schranke. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Organfunktion des gesunden Körpers, die für das Gehirn eventuell schädliche Stoffe aus dem Blut nicht in das Gehirn eindringen lässt. Beim MDR1-defekten Hund (MDR1 -/-) funktioniert diese Schranke zwar noch in Bezug auf natürliche Stoffe, nicht aber gegenüber bestimmten synthetischen Arzneistoffen. MDR steht für &#8220;multi drug resistence&#8221;, also die Wiederstandskraft gegenüber bestimmten (Arznei-)Stoffen.</p>
<p>Als eine Knockout-Maus generiert wurde, bei der gezielt das sog. mdr1a-Gen ausgeschaltet wurde, kam es im Verlauf einer Milbenbehandlung des Mausbestandes mit Ivermectin bei den reinerbigen mdr1a-/- Knockout-Mäusen, nicht jedoch bei den mischerbigen (mdr1a+/-) und den Wildtyp-Tieren (reinerbig mdr1a+/+), zu zahlreichen Todesfällen. Im Gehirn der mdr1a-/- Knockout-Mäuse wurde dabei eine 87-fach höhere Ivermectin-Konzentration im Vergleich zu den mdr1a+/+ Mäusen gefunden. Da auch bei einem an einer Ivermectin-Vergiftung verstorbenen Collie eine starke Anreicherung von Ivermectin im Gehirn nachgewiesen wurde, lag die Vermutung nahe, dass Collies (entsprechend der mdr1a-Knockout Maus) eine Mutation im MDR1-Gen haben müssten. So begann die Suche nach einem Defekt im MDR1-Gen des Collies und verwandter Rassen.</p>
<p>Die größte Häufigkeit des reinerbig betroffenen MDR1-/- Genotyps fand sich bei Collie (33%), Shetland Sheepdog (5,7%), Australian Shepherd (6,9%), Weißer Schweizer Schäferhund (2,3%) und Border Collie (0,3%). Nur mischerbig von diesem Defekt betroffen sind Wäller und Old English Sheepdog. In beiden Rassen muss jedoch auch mit dem Auftreten einer reinerbigen MDR1-/- Mutation gerechnet werden. Zum Bearded Collie liegen noch nicht genug Proben vor, um eine statistisch valide Aussage zu treffen. In einer Studie aus den USA wurde der MDR1-Defekt zusätzlich bei folgenden Hunderassen gefunden: English Shepherd, Longhaired Whippet, McNab und Silken Windhound.</p>
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		<title>Haftung des Tierarztes</title>
		<link>http://www.hunde.com/blog/2008/04/haftung-tierarzt/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 11:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gbeck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

		<category><![CDATA[haftung]]></category>

		<category><![CDATA[hund]]></category>

		<category><![CDATA[recht]]></category>

		<category><![CDATA[tierarzt]]></category>

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		<description><![CDATA[Autor: Frank Richter, Rechtsanwalt
Der vorliegende Artikel versucht einen Überblick über die Haftung von Tierärzten zu geben. Es bleibt aber darauf hinzuweisen, dass hier die Umstände des Einzelfalls und deren Nachweisbarkeit von entscheidender Bedeutung sind. Der geneigte Leser sei gewarnt: die Lektüre dieses Artikel kann und will kompetenten Rechtsrat im Einzelfall nicht ersetzen, sie soll lediglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207652.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6" title="recht" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207652-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><em>Autor: Frank Richter, Rechtsanwalt</em></p>
<p>Der vorliegende Artikel versucht einen Überblick über die Haftung von Tierärzten zu geben. Es bleibt aber darauf hinzuweisen, dass hier die Umstände des Einzelfalls und deren Nachweisbarkeit von entscheidender Bedeutung sind. Der geneigte Leser sei gewarnt: die Lektüre dieses Artikel kann und will kompetenten Rechtsrat im Einzelfall nicht ersetzen, sie soll lediglich einen Überblick über die Problematik geben und so zum rechtzeitigen Gang zum Anwalt ermuntern.<span id="more-8"></span></p>
<p>Die Haftung von Tierärzten ist ein weites Feld. Die bekanntesten Felder sind fehlerhafte Ankaufs- bzw. Verkaufsuntersuchungen, missglückte Operationen, Fehldiagnosen und Falschbehandlungen.</p>
<p>Die Haftung im Rahmen von Ankaufs- bzw. Verkaufsuntersuchungen behandelt der Autor in einem gesonderten Beitrag.</p>
<p>Vorliegend sollen die Haftungsprobleme im Alltagsgeschäft veranschaulicht werden. Sodann soll auf Möglichkeiten der Haftungsreduktion eingegangen werden.</p>
<p>Das größte Problem der Tierarzthaftung ist jedoch der Nachweis, dass der Tierarzt einen Fehler gemacht hat und sich dieser Fehler schadensstiftend ausgewirkt hat.Dieses Problem ist in einem Beitrag nicht erschöpfend zu behandeln, da hier die Umstände des Einzelfalles entscheidend sind. Denn letztendlich muss dem Tierarzt in einem Gutachten sein Fehler und dessen Wirkung unter weitestgehendem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für den Schaden nachgewiesen werden.</p>
<p>Wer einen Tierarzt bestellt, schließt mit ihm einen Vertrag über eine Leistung, die der Tierarzt zu erbringen und der Auftraggeber zu bezahlen hat. Die Höhe des Honorars richtet sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Eine Schriftform des Vertrags ist nicht notwendig. Er kommt sogar stillschweigend zustande.</p>
<h2>Die Aufklärung</h2>
<p>Zunächst hat der Tierarzt die Pflicht den Eigentümer über das mit dem Eingriff verbundene Risiko ordnungsgemäß aufzuklären, da der Eigentümer als Einziger das Recht hat, Eingriffe in Körper des Tieres zu erlauben. Eine Verpflichtung des Tierarztes, unaufgefordert über alle Risiken einer Operation aufzuklären, besteht jedoch nicht (OLG Karlsruhe, Urteil vom 11.08.1980, 6 U 232/79), denn auf die Pflicht des Tierarztes, den Auftraggeber über die Gefahren einer Operation aufzuklären, sind die Grundsätze über die ärztliche Aufklärungspflicht in der Humanmedizin nicht anwendbar (BGH, Urteil vom 18.3.1980, AZ: VI ZR 39/79).</p>
<h2>Behandlungsfehler</h2>
<p>Der Vertrag über eine Operation oder einen bestimmten Behandlungsschritt eines Tieres ist ein Werkvertrag (OLG Karlsruhe, Urteil vom 11.08.1980, 6 U 232/79). Daher schuldet der Tierarzt hier einen Erfolg. Nach anderer Ansicht (insb. aus der Literatur) liegt hier jedoch nur ein Dienstvertrag vor, so dass der Tierarzt nur die sachverständige Durchführung, nicht jedoch einen Heilerfolg schuldet. Eine einheitliche Linie ist hier noch nicht gefunden, zumal es auch Zwischenstufen und Ausnahmen mit Rückausnahmen in der Literaturmeinung gibt. Kriterium ist in der Regel, wie konkret der Auftrag war und wie Sicher der Erfolg einer Maßnahme ist, ob hier die ärztliche Kunst oder eine handwerkliche Fähigkeit entscheidend ist.</p>
<p>Schadensersatzansprüche können entstehen, wenn ein Eingriff nicht medizinisch indiziert ist, wenn der Tierarzt nicht die sicherste und risikoärmste Vorgehensweise gewählt hat oder wenn der Eingriff nicht lege artis, also nach den anerkannten Regeln der medizinischen Lehre und Praxis durchgeführt worden ist. Allerdings kann es dem operierenden Tierarzt nicht als pflichtwidriges Verhalten angelastet werden, wenn er unter mehreren Behandlungsmöglichkeiten eine bestimmte, möglicherweise risikoreichere Methode wählt, sofern er sie lege artis ausführt.</p>
<p>Trotz enormer Fortschritte in der Medizin sind auch die heutigen Narkoseverfahren nicht risikofrei. Deshalb muss der Tierarzt den Tiereigentümer über die Risiken der Narkose besonders aufklären und seine Einwilligung einholen. Ergeben sich durch die Untersuchung des Hundes vor der Narkose Befunde, die auf ein besonderes Narkoserisiko hinweisen, muss der Tierarzt seine Aufklärung auf dieses besondere Risiko erstrecken.</p>
<p>Der Tierarzt hat bei einer Infusion zu beachten, dass er das erfolgversprechendste und risikoärmste Verfahren wählt. Bei gleicher Wirksamkeit muss er das Medikament in einer ungefährlicheren Weise zuführen. Will der Tierarzt, obwohl keine strenge Indikation vorliegt, eine intravenöse Injektion durchführen, muss er den Hundeeigentümer gesondert aufklären und seine Einwilligung einholen. Für Zwischenfälle muss der Tierarzt eine Notfallapotheke griffbereit haben. Nach Beendigung der intravenösen Behandlung darf der Tierarzt den Hund nicht sofort verlassen, sondern muss es zumindest einige Minuten lang beobachten (OLG Frankfurt, 8 U 43/85).</p>
<p>Ein Tierarzt kann jedoch nicht für alles verantwortlich gemacht werden. Geht ein Tier, dem wegen Erkrankung der Atmungsorgane eine Terosot-Spritze verabreicht wurde, aufgrund einer Unverträglichkeitsreaktion an einem anaphylaktischen Schock ein, trifft den behandelnden Tierarzt hierfür keine Verantwortung (OLG Oldenburg, Urteil vom 13.05.1997). Auch muss sichergestellt sein, dass nicht andere, durch den Tierarzt nicht beeinflussbare Faktoren, den Schaden hervorgerufen haben.</p>
<h2>Mangelbeseitigung</h2>
<p>Im Fall eines Mangels – dessen Vorliegen sich nach dem anzuwendenden Maßstab des Werk- oder Dienstvertragsrechts richtet – muss der Eigentümer vom Tierarzt zunächst die Mängelbeseitigung verlangen.</p>
<p>Hierfür sollte man eine Frist setzen und androhen, dass nach fruchtlosem Fristablauf die Nacherfüllung abgelehnt wird. Wie lange die Frist sein muss, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Dringende Korrekturen sind sofort vorzunehmen. In Notfällen kann daher auf eine Fristsetzung auch verzichtet werden.</p>
<p>Nun ist zum Einen bei so manchem Operationsfehler nicht mehr viel zu retten. Zum Anderen verliert der Eigentümer bei einem solchen einschneidenden Fehler schnell jegliches Vertrauen in das Können des Tierarztes.</p>
<p>Es kann daher in gravierenden Fällen davon ausgegangen werden, dass besondere Umstände im Sinne des Gesetzes vorliegen, die den sofortigen – also ohne vorherige Fristsetzung möglichen – Rücktritt bzw. die sofortige Minderung rechtfertigen.</p>
<p>Andererseits kann in einem solchen Fall manchmal eine weitere Operation den Mangel beheben oder abmildern, da das Tier noch in der Tierklinik befindlich ist und schnell geholfen werden kann, ohne das Tier erst noch transportieren zu müssen.</p>
<p>Alle Nachbesserungen hat der Eigentümer dann aber nicht zu bezahlen. Der Eigentümer bezahlt lediglich die Maßnahme, die er in Auftrag gegeben hat. Der zusätzliche Aufwand geht zu Lasten des Tierarztes, der die Schlechtleistung erbracht hat.</p>
<p>Wenn der Tierarzt innerhalb der gesetzten Frist den Mangel nicht behoben hat, kann der Eigentümer die Mangelbeseitigung nach Fristablauf ablehnen und einen anderen Tierarzt beauftragen. Die dadurch entstehenden Kosten kann der Eigentümer von dem verursachenden Tierarzt zurückverlangen.</p>
<p>Keine Haftung besteht hinsichtlich der Unterhaltskosten während der Genesung sowie für die „entgangene Lebensfreude“ des Eigentümers, weil er seinem Hund nicht spazieren gehen konnte. Die Rechtsprechung sieht in den Unterhaltskosten so genannte „Sowieso- /Ehdo-Kosten“, die in jedem Fall entstanden wären (im Dialekt „eh do“) wären, unabhängig davon, ob das Tier gesund oder krank ist. Der Eigentümer hätte das Tier in jedem Fall unterhalten müssen.</p>
<p>Hinsichtlich des Nutzungsausfalles stellt die Rechtsprechung darauf ab, ob es sich um Sachen handelt, auf deren ständige Verfügbarkeit der Berechtigte für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise angewiesen ist. Ist das der Fall, besteht ein erstattungsfähiger Vermögensschaden. Das bedeutet, dass ein Verdienstausfallschaden bei einem beruflich genutzten Tier während der Krankheit zu erstatten ist, nicht jedoch der entgangene Spaß bei einem privat genutzten Hund.</p>
<h2>Schadenersatz</h2>
<p>Dem Eigentümer steht aus dem Vertragsverhältnis mit dem Tierarzt ein Anspruch auf Ersatz des durch eine fehlerhaften Behandlung eines Hundes entstandenen Schadens in Form der Kosten für weitere tierärztliche Behandlung, Medikamente und Röntgenaufnahmen zu.</p>
<p>Wenn es nach einer Behandlung durch den Tierarzt zu Schäden am Hund kommt, kann es geboten sein, die Ursachen der Schäden im gerichtlichen Verfahren durch ein Sachverständigengutachten aufzuklären. Der Eigentümer trägt die Beweislast dafür, dass eine Pflichtverletzung des Tierarzt zu dem behaupteten Schaden geführt hat.</p>
<h2>Die Begrenzung der Haftung</h2>
<p>Wie gesehen ist die Haftung des Tierarztes theoretisch sehr weit, und wird meist nur durch Beweisprobleme beschränkt. Daher versuchen viele Tierärzte diese Unwägbarkeiten von vorneherein auszuschließen.</p>
<p>Der Versuch durch die Verwendung allgemeiner Behandlungsbedingungen die Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu begrenzen ist zwar begreiflich, wird jedoch vom BGH seit Menschengedenken vereitelt. Da der Auftrag ja gerade auf eine fehlerfreie Behandlung gerichtet ist und es nicht zulässig sein kann durch AGB ausgerechnet die Haftung für die geschuldete Hauptleistung auszuschließen, gehen solche Versuche jedoch regelmäßig schief.</p>
<p>Vorgedruckte Verträge – auch Muster aus Zeitschriften – gelten nach ständiger Rechtsprechung des BGH immer als AGB, auch wenn der Verwender sich die Mühe gemacht hat, den Vertrag abzuschreiben.</p>
<p>Als Ausweg wird Tierärzten häufig empfohlen, durch Individualvereinbarungen die Haftung für die einfache Fahrlässigkeit auszuschließen oder doch zumindest zu begrenzen, da grundsätzlich derartige individuell gefasste Vereinbarungen auf Grund des Vorranggebotes auch von den Gerichten anerkannt werden. Das Problem an diesem Rat ist nur, dass der Weg zum Nachweis einer Individualvereinbarung derart schwierig ist, dass der Tierarzt voraussichtlich nicht beweisen kann, eine derartige Vereinbarung mit dem Auftraggeber geschlossen zu haben. Nach ständiger Rechtsprechung wird hier nicht nur ein bloßes Verhandeln, vielmehr ein „zur Disposition stellen“ jeder einzelnen Vertragsklausel gefordert. Der Tierarzt wird außerdem nachzuweisen haben, dass es dem Auftraggeber möglich war, entscheidend auf Haftungsausschluss bzw. Haftungsbegrenzung Einfluss zu nehmen. Da dieses Hindernis auch nicht dadurch übersprungen werden kann, dass sich der Tierarzt durch einen (vorformulierten) Text bestätigen lässt, dass die Haftungsklausel individualvertraglich vereinbart wurde, wird eine solche Empfehlung meist nicht weiterhelfen.</p>
<p>Zudem ist eine Klausel, die ausgerechnet zentrale Vertragspflichten ausschließt, auch individualvertraglich nicht unbedingt zulässig.</p>
<p>Ebenso unsicher ist es, eine summenmäßigen Begrenzung der Haftung, etwa auf die Höhe der Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung im Rahmen der allgemeinen Haftungsbedingungen, zu vereinbaren. Falls nämlich die Haftungssumme nicht dem regelmäßig zu erwartenden Schadensverlauf entspricht, führt auch eine Haftungsbegrenzung nach der ständigen Rechtsprechung des BGH nicht zum Ziel.</p>
<p>Soweit die Verjährungsfrist in den Allgemeinen Behandlungsbedingungen auf unter ein Jahr verkürzt wird, ist eine derartige Klausel unwirksam.</p>
<p>Daher sind auch hier nicht viele Spielräume gegeben. Die wenigen Vorhandenen kann der Tierarzt aber durchaus nutzen.</p>
<p>Eine Rechtsschutzversicherung kann die nicht unerheblichen Prozessrisiken, die durch die Notwendigkeit von Gutachten ggf. verschärft werden, abfedern.</p>
<p>Fragen zu diesem Beitrag beantwortet der Verfasser nur im Rahmen eines Mandates.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Frank Richter<br />
Rechtsanwalt<br />
Rechtsanwälte Rheindt Häussling Jungnitsch<br />
Friedrich-Ebert-Anlage 16<br />
D-69117 Heidelberg<br />
Tel.: +49 - (0) 6221 - 475107<br />
Fax: +49 - (0) 6221 - 473571</p>
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		<title>Hundezüchterin muss an lesbische Frau zahlen</title>
		<link>http://www.hunde.com/blog/2008/02/hundezuechterin-muss-an-lesbische-frau-zahlen/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Feb 2008 12:48:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gbeck</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[gleichbehandlung]]></category>

		<category><![CDATA[hund]]></category>

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		<description><![CDATA[Autor: Frank Richter, Rechtsanwalt
Eine Hundezüchterin aus Schweden muss Schmerzensgeld zahlen, weil sie einer lesbischen Frau einen Welpen nicht verkaufen wollte. Die Züchterin wurde zur Zahlung von umgerechnet 2100,00 Euro an die Frau verurteilt.
Die Klägerin hatte einen jungen Hund kaufen wollen, der per Inserat angebotenen worden war. Als der Züchterin bei dem Telefonat klar wurde, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207652.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6" title="recht" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207652-150x150.jpg" alt="recht" width="150" height="150" /></a><em>Autor: Frank Richter, Rechtsanwalt</em></p>
<p>Eine Hundezüchterin aus Schweden muss Schmerzensgeld zahlen, weil sie einer lesbischen Frau einen Welpen nicht verkaufen wollte. Die Züchterin wurde zur Zahlung von umgerechnet 2100,00 Euro an die Frau verurteilt.</p>
<p><span id="more-17"></span>Die Klägerin hatte einen jungen Hund kaufen wollen, der per Inserat angebotenen worden war. Als der Züchterin bei dem Telefonat klar wurde, dass die potenzielle Käuferin mit einer Frau zusammenlebt, verweigerte sie den Verkauf und erklärte das lesbische Paar für ungeeignet zur Hundehaltung.</p>
<p>Die Abgewiesene zeigte die Züchterin beim schwedischen Ombudsmann gegen sexuell bedingte Diskriminierung an, der den Fall vor Gericht brachte.</p>
<p>Auch nach dem deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wäre so etwas möglich. Auch das deutsche Gesetz greift in nahezu allen Lebensbereichen, auch beim Tierkauf, ein. Bei der Ablehnung eines Kaufinteressenten sollte dies beachtet werden.</p>
<p>Das Gesetz bringt einen sehr viel weiter reichenden Diskriminierungsschutz als das bisher geltende Recht. Dieser Schutz gilt hinsichtlich Rasse, Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, sexueller Orientierung, Alter und Geschlecht.</p>
<p>Fühlt sich jemand benachteiligt und macht er eine Benachteiligung glaubhaft, muss der, dem die Diskriminierung vorgeworfen wird, beweisen, dass eine Diskriminierung i. S. d. Gesetzes nicht vorliegt, diese so genannte Beweislastumkehr bringt daher erhebliche Gefahren mit sich.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Frank Richter<br />
Rechtsanwalt<br />
Rechtsanwälte Rheindt Häussling Jungnitsch<br />
Friedrich-Ebert-Anlage 16<br />
D-69117 Heidelberg<br />
Tel.: +49 - (0) 6221 - 475107<br />
Fax: +49 - (0) 6221 - 473571</p>
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		<title>Leishmaniose - wie groß ist das Risiko in Deutschland?</title>
		<link>http://www.hunde.com/blog/2007/11/leishmaniose-risiko-deutschland/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 12:56:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

		<category><![CDATA[gesundheit]]></category>

		<category><![CDATA[hund]]></category>

		<category><![CDATA[krankheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Thekla Vennebusch, Tierärztin und Redakteurin
Anhand einer aktuellen Klimakarte Deutschlands wird deutlich, dass es hierzulande Regionen gibt, die mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 10° C mediterranes Klima aufweisen (siehe Karte). Dies bedeutet, dass auch Sandmücken, die Überträger der für den Hund gefährlichen Infektionskrankheit Leishmaniose, in Deutschland geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Bisher wurde angenommen, dass Sandmücken nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/leishmaniose.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-19" title="Gefahr im Gebiet Deutschland" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/leishmaniose-219x300.jpg" alt="Gefahr im Gebiet Deutschland" width="219" height="300" /></a><em>Von Thekla Vennebusch, Tierärztin und Redakteurin</em></p>
<p>Anhand einer aktuellen Klimakarte Deutschlands wird deutlich, dass es hierzulande Regionen gibt, die mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 10° C mediterranes Klima aufweisen (siehe Karte). Dies bedeutet, dass auch Sandmücken, die Überträger der für den Hund gefährlichen Infektionskrankheit Leishmaniose, in Deutschland geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Bisher wurde angenommen, dass Sandmücken nur im mediterranen Ausland verbreitet sind und Hunde daher auch nur dort gefährdet sind, sich mit der Leishmaniose anzustecken.<span id="more-18"></span></p>
<p>Dr. Torsten Naucke vom Institut für Zoologie der Universität Stuttgart Hohenheim konnte in den letzten Jahren nun auch in Deutschland Sandmücken nachweisen. Und zwar in größerer Anzahl sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten. „Trotzdem ist das Risiko, dass sich ein Hund hierzulande mit Leishmaniose infiziert, derzeit noch sehr gering“, sagt Dr. Naucke. Bis heute sind überhaupt erst 11 in Deutschland übertragene Leishmaniose-Fälle vermutet bzw. nachgewiesen: ein Kleinkind, ein Pferd, eine Katze und acht Hunde (siehe Karte)</p>
<p>Gleichzeitig schätzt Dr. Naucke die Anzahl Leishmaniose-infizierter Hunde, die aus dem Ausland importiert wurden und nun in Deutschland leben, auf rund 10 - 20 Tausend. „Damit haben wir also nicht nur den Überträger, sondern auch den Erreger der Leishmaniose in Deutschland, so dass wir die Möglichkeit einer Übertragung nicht ganz ausschließen dürfen“, erklärt Dr. Naucke. Beruhigend sind Studien, die zeigen, dass moderne Medikamente vor einer Übertragung der Leishmaniose schützen. So konnte in Süditalien, wo die Leishmaniose bereits ein konkretes Problem darstellt, die Ansteckungsrate bei Hunden durch eine monatliche Anwendung des Floh- und Zeckenschutzpräparates Advantix (Bayer) von 10 % auf 1 % gesenkt werden. Das heißt, auch wenn das Risiko einer Ansteckung mit der Leishmaniose hierzulande in Zukunft steigen sollte, steht mit Advantix ein nachgewiesenermaßen effektives Mittel zum Schutz des Hundes zur Verfügung.</p>
<p>Zur Abbildung: Klimakarte Deutschland (2001-2005). Das Klima in Regionen mit Temperaturen &gt; 10° C ist als mediterran einzustufen. Markiert sind Fundorte von Sandmücken (Phlebotomus perniciosus und Phlebotomus mascittii) sowie vermutete und nachgewiesene Leismaniose-Fälle bei Patienten, die niemals im Ausland waren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Babesiose: Übertragungszeit bei männlichen Zecken unter 12 Stunden</title>
		<link>http://www.hunde.com/blog/2007/10/babesiose-uebertragungszeit-zecken/</link>
		<comments>http://www.hunde.com/blog/2007/10/babesiose-uebertragungszeit-zecken/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Oct 2007 12:48:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ohne Kategorie]]></category>

		<category><![CDATA[auwald-zecke]]></category>

		<category><![CDATA[babsiose]]></category>

		<category><![CDATA[gesundheit]]></category>

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		<category><![CDATA[tierarzt]]></category>

		<category><![CDATA[zecke]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hunde.com/blog/?p=23</guid>
		<description><![CDATA[Von Thekla Vennebusch, Tierärztin und Redakteurin
Viele Tierhalter entdecken Zecken auf ihrem Hund erst, wenn diese sich bereits festgebissen haben. Dann aber kann es schon zu spät sein und der Erreger der „Hundemalaria“ wurde bereits übertragen. Derzeit einziger Schutz sind repellierende Anti-Zecken-Mittel (z. B. Advantix von Bayer) die Zecken innerhalb kürzester Zeit abtöten und/oder einen Saugakt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207564.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-24" title="Auwald Zecke" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207564-300x243.jpg" alt="" width="167" height="135" /></a><em>Von Thekla Vennebusch, Tierärztin und Redakteurin</em></p>
<p>Viele Tierhalter entdecken Zecken auf ihrem Hund erst, wenn diese sich bereits festgebissen haben. Dann aber kann es schon zu spät sein und der Erreger der „Hundemalaria“ wurde bereits übertragen. Derzeit einziger Schutz sind repellierende Anti-Zecken-Mittel (z. B. Advantix von Bayer) die Zecken innerhalb kürzester Zeit abtöten und/oder einen Saugakt von vorn herein verhindern.<span id="more-23"></span></p>
<p>Normalerweise werden die Erreger der Babesiose, der so genannten „Hundemalaria“, von infizierten Auwald-Zecken erst nach 72 Stunden übertragen. Wird ein Hund von einer männlichen Auwald-Zecke befallen, kann er unter Umständen aber bereits innerhalb von nur 12 Stunden infiziert werden. So das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Prof. Dr. Eberhard Schein vom Institut für Parasitologie der FU Berlin kürzlich im Rahmen eines parasitologischen Fachgespräches vorgestellt hat. Ziel der Studie war es, zu ermitteln, wie schnell Zecken die Erreger der Babesiose auf Hunde übertragen können, um Tierhaltern konkrete Empfehlungen für einen sinnvollen Zeckenschutz zu geben.</p>
<p>Die mögliche Übertragungszeit von unter 12 Stunden erklärt sich folgendermaßen: Auf der Suche nach Weibchen suchen männliche Auwald-Zecken nach einem ersten Wirtstier oft noch ein zweites Tier auf. Die Entwicklung infektiöser Babesien-Stadien, die aktiviert wird, wenn eine Zecke auf einen Wirt trifft, findet dann bereits auf dem ersten Tier statt. Wechselt die Zecke anschließend auf einen Hund, kann sie diesen umgehend mit dem ersten Stich infizieren.</p>
<p>Da Hundehalter Zecken auf ihrem Hund meist erst dann ausmachen können, wenn diese bereits festgebissen sind, ist es umso wichtiger, einen Zeckenschutz zu wählen, der einen Saugakt von vorn herein verhindert und die Parasiten gleichzeitig abtötet (repellierender Effekt). Dies ist derzeit der einzige Schutz, der einer Übertragung von Babesiose-Erregern best möglich vorbeugen kann.</p>
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		<title>Die Rettungskläffer aus dem Collieclan</title>
		<link>http://www.hunde.com/blog/2006/09/die-rettungsklaffer-aus-dem-collieclan/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Sep 2006 12:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Do, 28.9.06, vormittags

Folgende Mail über den bei mir geborenen, jetzt eineinhalb Jahre alten Collie Clairence verpasste mir einen Riesenschreck:
&#8220;Hallo Gudrun,
gestern 27.09. ist uns Clairence zwischen Niedernwöhrn und Pollhagen bei Stadthagen in Schaumburg (NS) panisch entlaufen. Bitte sei so lieb und starte eine Suchaktion. Die Polizei, Tasso und das Tierheim in Stadthagen wissen bescheid. Ich melde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Do, 28.9.06, vormittags</h2>
<h2><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26" title="img207101_2" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></h2>
<p>Folgende Mail über den bei mir geborenen, jetzt eineinhalb Jahre alten Collie Clairence verpasste mir einen Riesenschreck:</p>
<p>&#8220;Hallo Gudrun,</p>
<p>gestern 27.09. ist uns Clairence zwischen Niedernwöhrn und Pollhagen bei Stadthagen in Schaumburg (NS) panisch entlaufen. Bitte sei so lieb und starte eine Suchaktion. Die Polizei, Tasso und das Tierheim in Stadthagen wissen bescheid. Ich melde mich jetzt schon bei dir, weil ich denke, um so eher um so größere Chancen haben wir ihn zu finden. Ich habe am Kanal in Niedernwöhrn eine Decke an den Platz gelegt, wo ich geparkt habe. Ich hoffe er findet dorthin zurück und riecht uns. Sollte jemand Clairence finden&#8230;&#8221;<span id="more-25"></span></p>
<p>Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Vor 10 Tagen hatte ich ihn noch beim Fox-Lions-Collie-Verwandtschaftstreffen dabei. Mein lieber Clairence, der über 4 Monate bei mir lebte und als letzter von 9 C-Wurf-Geschwistern ins neue Zuhause abgeholt wurde. Inzwischen ist er mehrmals erfolgreich ausgestellt worden - ein schöner, großer Collie-Rüde mit angenehm sanftem Charakter. Er hatte sich wie wir so über das Wiedersehen gefreut und jetzt das. Außerdem vermissen wir bereits im Raum Heidelberg seit dem 14. Juli 2006 eine Wurfschwester&#8230;</p>
<p>Ich rief Clairence Frauchen an, ließ mir den Ablauf genau schildern. Man war mit Kollegen und deren Hunden in einem Gebiet etliche km von Clairence Zuhause entfernt zum 1. Mal spazieren gegangen. Mitten aus dem Spiel mit den anderen Hunden heraus, galoppierte er plötzlich ohne irgendeinen ersichtlichen Grund panisch auf und davon. Wahrscheinlich war er in ein Erd-Wespen-Nest getreten. Solche Fälle häufen sich ja gerade um diese Jahreszeit.</p>
<h2>Do, 28.9.06, mittags</h2>
<p>Ich mailte alle 4 Familien an, die im Raum Hannover einen Collie aus meiner Zucht haben und bat um Hilfe. Sie könnten doch bitte mit ihrem Collie im angegebenen Gebiet einen Spaziergang machen und ihren Hund möglichst viel freudig bellen lassen, um das verloren gegangene Familienmitglied anzulocken.</p>
<h2>Do, 28.9.06, abends</h2>
<p>Leider bestand die bis zum Abend einzige Reaktion auf meine Mail-Aktion in einer telefonischen Absage mit Begründung. Ich beschloss, mich im nächsten Tageslicht selbst an der Suche zu beteiligen und zwar mit Unterstützung von 4 Rudelmitgliedern: Clairence Mama Belana und die Schwestern Arabelle, Ballota und Chandra wollte ich mitnehmen. Gegen Anjin sprach der dicke Bauch. Unser F-Wurf ist unterwegs und soll auf keinen Fall gefährdet werden. Papa Aron und Bruder Anders sollten zu Hause bleiben, um Anjin Gesellschaft zu leisten. Außerdem sind 4 Hunde in einem PKW schon eine ganze Menge.</p>
<p>Mein Mann kam von der Arbeit und war von meinem Plan gar nicht begeistert. Er verwies auf die schlechte Sicherung meiner Hunde auf der Fahrt, wie ich sie mir vorstellte. Nein, dann wolle er lieber fahren und ich könnte im Notfall auf die Hunde einwirken. Er nahm sich einen Tag Urlaub dafür, wollte dann aber auch möglichst bereits in der Frühdämmerung mit der Suche beginnen.</p>
<p>Ich besprach unseren Plan mit beiden Clairence-Frauchen. Nica konnte sich einen Tag frei nehmen und mitmachen, ab 6-7 Uhr früh, kein Problem, aber Tina müsse wohl arbeiten, könne höchstens kurz mitmachen. Eigentlich sei man ja auch mit Freunden und deren Hunden schon überall gewesen, hätte gerufen, bellen lassen - nichts. Da Clairence jedoch bereits mehrfach gesehen worden war, wussten wir ungefähr, in welchem Waldgebiet er sich noch befinden müsste.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 4:00 Uhr</h2>
<p>Aufstehen, Kaffee als Frühstück. Aron, Anders und Anjin eine Viertelstunde ausgeführt. Trockenfutter eingepackt, den 4 eingeplanten Helfern Halsbänder und Leinen angehakt und dann runter ins Tal zu den Autos. Getränkekästen in den Zweitwagen umgeladen, so dass die 4 Helfer genug Platz zum Liegen in unserem größeren Fahrzeug hatten. &#8220;Einsteigen, Autofahren!&#8221;.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 7:15 Uhr</h2>
<p>Ankunft bei Clairence zu Hause. Herzliche Begrüßung. Ausdruck von Lageplänen bzw. wenig detaillierten Karten des Suchgebietes. Besser als nichts.</p>
<p>Ganz doll loben muss ich an dieser Stelle die Bewohner der umliegenden Gemeinden, die direkt an den ersten beiden Tagen Tina anriefen, um Bellzeichen und Sichtkontakt zu melden, die helfen wollten und dies z. T. mit Taschenlampen im Dunkeln auch noch versucht haben. Dank ihrer Hilfe konnte ein recht überschaubares Suchgebiet definiert werden.</p>
<p>Austausch von Handy-Nummern und Vergleich von Uhrzeiten. Bunte A4-Zettel in die Fahrzeugscheiben geklebt, die andere Menschen an den geparkten Autos aufklären sollten über Clairence Verschwinden. Erste Strategie-Diskussion. Start mit 4 Personen, 4 Handys, 3 PKWs und 5 Hunden, weil die kleine Terrierhündin Ida auch mitkommen sollte. Mein Mann Thomas übernahm den Wohnbus von Clairence Frauchen, so dass ich ab jetzt doch mit meinen 4 Collies alleine in unserem Auto fuhr.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:00 Uhr</h2>
<p>Um sich mit möglichst vielen Autos im Suchgebiet verteilen zu können, Halt an Tinas Arbeitsplatz, wo sie ihren Kleinwagen stehen hatte. Sie durfte sich diesen Tag frei nehmen! Fortsetzung der Fahrt mit 4 Personen in 4 PKWs. Zwischenstopps zum Aushängen von bunten A4-Zetteln an Wanderkarten.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:25 Uhr</h2>
<p>2. Strategie-Diskussion an einem Parkplatz, der sich bereits im anvisierten Suchgebiet befand. Tina verließ uns als erste auf einem Forstweg weiter in den Wald hinein. Sie wollte ihren Kleinwagen offen stehen lassen, damit Clairence, falls er vorbei kommen sollte, einsteigen könnte. Der Wohnbus sollte am Parkplatz bleiben.</p>
<p>Wir fanden am Wegesrand unter Bäumen eine fast 4 cm lange Hornisse, die mit klammen Flügeln noch flugunfähig über den Boden krabbelte. Wenn sich ein solches Tier bedroht sieht, weil z. B. ein Hund auf sie tritt, kann ich mir vorstellen, dass ein Stich mit weit mehr Gift als bei einer Wespe folgt, der bei einem Hund Panik auslösen kann.</p>
<p>Niemand soll sagen, in eine solche Situation könne er mit seinem Hund nie kommen! Clairence Besitzerinnen hatten sich das bis dahin auch nicht vorstellen können.</p>
<p>Bei Clairence ist die Bindung zu seinen Frauchen eigentlich sehr gut, so dass er immer und überall abgeleint geführt werden kann. Allerdings hatte er wohl in dem Moment die Flucht ins Auto vor, war auf den Parkplatz zurück gefegt, wo ihn jemand gesehen hat. Die Lehm-Abdrücke seiner Pfoten waren noch am Freitag deutlich zu sehen, wo er versuchte, den Wagen zu öffnen. Er soll dann mehrfach um den Wagen geflizt sein, es immer wieder versucht haben und schließlich in heimatlicher Richtung den Kanal entlang gesaust sein. Nun ist ein Collie keine Brieftaube und &#8220;Lassie&#8221; eben doch ein Märchen. Sonst wäre er spätestens über Nacht zu Hause angekommen. Er muss also irgendwann umgedreht sein, um in diesem Waldgebiet nach seinen Frauchen zu suchen, wahrscheinlich ungefähr da, wo sie gemeinsam gelaufen sind.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:30 Uhr</h2>
<p>Tina rief an. Sie hatte ihren Wagen in einer matschigen Waldwiese festgefahren. Egal, zum dort lassen war er erst einmal weit genug weg.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 8:35 Uhr</h2>
<p>Tina rief an. Sie hatte ein jämmerlich weinendes Bellen aus der Entfernung vernommen. Selbst schon in Tränen aufgelöst und durch Empfangsstörungen schwer verständlich, gestaltete sich unsere Diskussion um die Änderung der Such-Strategie durchaus schwierig. Immerhin gab es jetzt eine Richtung und einen bestimmten Weg, zu dem wir mit den anderen 2 Fahrzeugen aufbrachen. Tina wollte sich zu Fuß rufend in die Richtung bewegen, aus der sie das Bellen zu hören meinte.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:00 Uhr</h2>
<p>Ankunft mit 3 Personen, 2 Fahrzeugen und 5 Hunden am verabredeten Weg an einem großen Acker neben dem Forst oberhalb des Mittelland-Kanals. Eine abgeschlossene Schranke versperrte uns die Durchfahrt. Wir beschlossen, ab hier zu laufen. Anruf bei Tina, um ihr die Absicht zu mitzuteilen.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:10 Uhr</h2>
<p>Wir steckten noch in der Diskussion darüber, wer genau welchen Weg mit welchen Hunden zu gehen hätte, als ich auf die Idee kam, mein Rudel schon einmal aus dem Auto zu lassen. Es war meine Absicht, die Tiere laut bellen zu lassen, um evtl. hier schon von Clairence gehört zu werden.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 9:15 Uhr</h2>
<p>Wir waren immer noch bei den Autos, gingen aber gerade los. Da sahen wir plötzlich aus dem Wald heraus über den großen Acker ein schmutzig braunes Tier galoppieren, direkt auf uns zu. &#8220;Da ist er ja!&#8221;, rief Nica und wir konnten es kaum fassen: Tatsächlich, es war ein schmutziger Collie. &#8220;Clairence, Clairence!&#8221; - das musste Clairence sein! Er begrüßte uns alle stürmisch, die Menschen wie die Hündinnen. Ich beeilte mich, ihm eine Leine anzuhaken. Jetzt, wo er nicht mehr galoppierte, fiel auf, dass er seine Pfoten ungleich belastete. Sie waren blutig wund gelaufen. Er fühlte sich extrem mager an, aber er war fit und wirkte weder verletzt, noch krank. Wir beeilten uns, Tina anzurufen. Ich ließ alle Hunde &#8220;Sitz&#8221; machen und verteilte händeweise Trockenfutter, dass besonders Clairence gierig verschlang.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, immer noch vormittags</h2>
<p>Tina brauchte eine ganze Weile, bis sie zu Fuß bei uns war. Sie sollte weiter rufen und es war wirklich interessant zu beobachten, dass sie schon fast bei uns war, bis wir und Clairence sie hörten. Wir fuhren mit 2 Fahrzeugen in die Nähe von Tinas Auto und versuchten vergeblich, es aus dem Lehm zu befreien. Wir fuhren zum nächsten Gehöft und fanden tatsächlich einen Trekker-Besitzer, der uns den Kleinwagen aus der Matsche schleppte. Selbst von oben bis unten Lehm-beschmiert, fuhren wir wenig später die Autos durch eine Waschstraße und kauften ein. Clairence Come Back musste gefeiert werden! Unser Sohn konnte per Handy dafür gewonnen werden, sich nach der Arbeit als Dogsitter für Anjin, Aron und Anders zur Verfügung zu stellen, so dass wir eine Übernachtung bei Tina und Nica einplanen konnten.</p>
<h2>Fr, 29.9.06, 15:00 Uhr</h2>
<p>Clairence wurde von seiner Tierärztin gründlich untersucht und bekam die Pfoten versorgt. Ihm fehlte weiter nichts. 4 kg hatte er durch die viele Bewegung abgenommen. Von Dienstag Abend bis Freitag früh hatte er nichts zu fressen bekommen. Bei ihm zu Hause legte er sich erst einmal schlafen. Für die anderen 5 Hunde bauten wir im Garten einen Agility-Parkours auf, den jeder der 5 mehrfach ablaufen durfte. Soweit wir nicht aktiv mit ihnen beschäftigt waren, konnten sie Jagdspiele miteinander spielen.</p>
<h2>Sa, 30.9.06 4:00 Uhr</h2>
<h2><a href="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-27" title="img207101_1" src="http://www.hunde.com/blog/wp-content/uploads/2008/04/img207101_1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></h2>
<p>Genug gefeiert und ungesunde Sachen konsumiert. Wir legten uns schlafen.</p>
<p>Mir beweist diese Erfahrung, wie wichtig es werden kann, wenn Hunde &#8220;gib Laut!&#8221; beherrschen - auch, wenn man sie sonst meist lieber leise hat. Hätte Clairence kleine Lebensgefährtin Ida dieses Kommando beherrscht, hätte man sicher bei den Suchaktionen in den 2 Tagen zuvor schon Erfolg gehabt. Fremde Hunde, wie der des Försters, der wohl zwischenzeitlich auch beim Suchen geholfen hat, interessieren einen gut sozialisierten Hund wie Clairence, der auf der Suche nach SEINER Familie war, überhaupt nicht.</p>
<p>Insofern wären außer direkten Verwandten sicher noch gute Freunde zum Heranbellen infrage gekommen, mehr aber auch nicht. Die menschliche Stimme ist einfach Mist, wenn es um akustische Reichweiten geht. So laut es geht gerufen, hatten die Suchenden natürlich auch immer.</p>
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